Laura

 

 

 

Laura

 

Glückstag

 

es ist erst wenige Tage und Stunden her, dass ich dich in mir spürte. Du Laura hast mir so viel Energie und Leben gegeben, du Laura hast mich so glücklich gemacht.

 

All unser Glück fing am 18. November 04 an. Fabian, dein Papi, fragte mich ob ich ihn heiraten wolle. Mein Herz schwapte vor Freude über und ich sagte "ja". In dieser Nacht wurdest du gezeugt, aus viel Liebe entstandest du.

 

Kurz darauf flogen Fabian und ich nach Paris um unseren ersten Jahrestag zu feiern. Schon damals (11-13.12.04) wussten wir von unserem Glück "Eltern" zu werden. Wir freuten uns riesig und genossen unser Glück. An einem dieser Tag erstanden wir auch zwei Plüschtiere, einen weissen Tiger und einen kleinen Löwen. Wir hatten wunderbare Vorstellungen wie es sein würde, wenn deine ersten Plüschtiere dich in den Schlaf begleiten und von dir umarmt werden.

 

Am 18.12.04 machten wir einen weiteren Ausflug mit dir ins Wallis, wo wir deinen Grosseltern von dir erzählten. Sie freuten sich riesig mit uns und konnten es kaum erwarten dich in den Armen zu halten. Die Nachricht das wir heiraten, ging dabei fast unter, so freuten sie sich darauf Grosseltern zu werden.

 

Am 24.12.04 erlebten wir ein wunderschönes Weihnachtsfest zusammen mit deinen Grosseltern, deinem Götti Thomi und deiner Tante Esthi inkl. ihrem Lebensgefährten Chregu. Das Fest war unter anderem auch deshalb so schön, weil wir allen durch symbolische Geschenke mitteilten, dass wir heiraten würden und du in meinem Bauch heranwächst. Du hast dieses Fest so unglaublich schön gemacht. Alle freuten sich mit uns und für dich. Mit uns auf die bevorstehende Hochzeit und mit dir, um dich in den Armen zu halte und dir Liebe zu schenken.

 

Am 31.12.04 haben wir Freunde zu uns eingeladen und mit ihnen auf den Jahreswechsel angestossen. Angestossen haben wir auch auf die bevorstehende Hochzeit und auf dich. Auch all unsere Freunde teilten von da an unser Glück.

 

Noch nie hat ein Jahr so toll begonnen. Noch nie war ich so glücklich! Ich habe einen Mann den ich von ganzem Herzen liebe und der mich liebt und ich trage ein Kind in mir von dem Mann den ich über alles liebe. Oft habe ich zu mir gesagt, dass Leben meint es so gut mit mir und dankte Gott dafür, dass er mir/uns so viel Glück schenkt.

 

Am 4. Januar hatte ich meinen ersten Ultraschall und ich/wir freuten uns riesig darauf dich endlich zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt warst du gerade 8 Wochen alt und man konnte auf dem Ultraschall natürlich noch nicht viel erkennen. Doch das war uns egal, wir sahen das dein Herz kräftig schlug und das genügte uns. Unsere Freude war riesig.

 

In den darauf folgenden Wochen, veränderte sich mein Körper gewaltig. Schon früh musste ich mir neue Kleidung kaufen, da ich den Druck auf den Bauch nicht ertrug und ich stellte mit Freuden fest, dass mein Bauch grösser wurde.

 

 

Nach einem langen Spaziergang im Winter mit Andrea, wusste ich, dass sie dein Gotti sein wird. Mit grosser Freude sagte sie ja und sie schloss dich auf anhieb in ihr Herz.

 

Beim zweiten Ultraschall nur 4 Wochen später (12 SSW) hattest du dich schon sehr verändert. Man konnte dich schon deutlich erkennen. Du hast gestrampelt, uns deinen Rücken gezeigt und die ersten Freudetränen bei mir entlockt. Dein Herz pochte, wir konnten deine Arme und deine Beine sehen und du hast uns gezeigt, dass du lebst.

 

Ich war so voller stolz etwas so wundervolles erleben zu dürfen und dich in mir zu haben. Ich hatte schon lange den Wunsch einmal Kinder zu haben und nun schien mein Wunsch in Erfüllung zu gehen. Ich war schwanger, schwanger mit dir Laura. Klar ich wusste noch nicht, dass es ein Mädchen ist, aber das war uns egal. Die Vorstellung ein Kind zu bekommen war schon unbeschreiblich schön.

Schon bald wusste unsere ganze Umgebung von dir und alle freuten sich mit uns!

 

Am ersten Tag in der 16. Schwangerschaftswoche, spürte ich dich zum ersten Mal gegen meine Bauchwand treten. Am Anfang dachte ich, dass ich mich getäuscht habe, aber das warst du.

Von da an spürte ich dich jeden Tag und mit jedem Tag spürte ich dich mehr und öfters. 10 Tage später hat auch dein Papi dich zum ersten Mal durch meine Bauchdecke hindurch wahrgenommen. Ganz deutlich hast du geklopft um auch ihm "hallo" zu sagen.

 

Ich genoss jeden Tag mit dir und freute mich auf und ab jedem klopfen. Das war immer ein Zeichen für mich, das du lebst und das es dir gut geht. Viele Leute sagten mir: "Hoffentlich ist dein Kind gesund". Meine Antwort darauf war immer:" ich hoffe, dass es lebt! Ich hoffe, dass mein Kind lebt!" Für mich stand während der ganzen Schwangerschaft immer nur das im Vordergrund. Klar wünschte ich mir ein gesundes Kind, aber zuerst waren meine Gedanken immer - hoffentlich schaffe ich es bis in die 28 SSW und dann hat es gute Chancen zu leben. Nie oder nur sehr selten machte ich mir Gedanken darüber, dass mein Kind auch ja gesund sein möge, ich hoffte immer nur, dass es leben könne. Einschränkungen haben wir schliesslich alle. Die Einen offensichtlicher, die Anderen weniger. Nie habe ich mir Gedanken darüber gemacht, dass ein Kind gesund sein muss um leben zu können!

 

Waren meine Gedanken bereits etwas das aus meinem Unterbewusstsein zu mir gelangte? Mein/Unser Kind sollte leben!

 

In der 21. SSW hatten wir unseren dritten Ultraschall. Du warst bereits zu gross um noch auf einem Bild platz zu haben. Du warst sehr aktiv, so dass die Frauenärztin Mühe hatte uns ein schönes Bild von dir zu machen, obwohl sie immer sagte, dass du sehr fotogen seiest. Wir freuten uns dich so aktiv zu sehen und gingen unbesorgt nach Hause.

 

Ich konnte dich so richtig geniessen, denn an jedem Tag hast du dich bei mir gemeldet und mir mit deinem klopfen mitgeteilt, dass es dir gut geht und das du lebst.

Du hast uns bereits in dieser Zeit viel Freude bereitet. Mit viel Genuss bereiteten Fabian und ich unsere Hochzeit vor und freuten uns jeden Tag darauf das dieser Tag und der Tag deiner Geburt näher kam.

 

Am 26.05.05 unternahmen wir mit Freunden zusammen einen wunderschönen Ausflug auf die Grimsel und nach Obergesteln, an den Ort an dem unsere Hochzeit stattfinden sollte. Wie genossen den Tag und freuten uns darauf das der Hochzeitstag immer näher kam. An diesem Tag kam auch noch Micheal zur Welt, wir alle freuten uns mit Gabi und Urs, dass sie einen gesunden Knaben in ihrer Mitte begrüssen und umarmen durften.

Am Abend sassen wir noch alle gemütlich mit Grilladen zusammen und liessen den Tag noch einmal Revue passieren. Wir alle waren glücklich, und Fabian und ich waren dankbar so wundervolle Menschen um uns zu haben, die uns bei den Hochzeitsvorbereitungen so toll unterstützten und welche sich mit uns auf dich freuten.

 

Nur 4 Tage später kam alles anders.

Am 30. Mai hatte ich eine routinemässige Kontrolle bei meiner Frauenärztin. Ich stellte ihr bezüglich der Schwangerschaft ein paar Fragen bevor ich untersucht wurde. Alles schien normal zu sein....

Bei der Kontrolle stellte sie fest, dass der Muttermund schon um 2cm geöffnet war, ich Fruchtwasser verliere und dass ich Wehen habe. Ich verstand die Welt nicht mehr. Anschliessend wurde noch schnell ein Ultraschall gemacht und dabei stellte sie fest, dass du viel zu klein warst für die 30 SSW und das ich zu viel Fruchtwasser habe. Ich verstand immer noch nichts! Es wurde ein CTG gemacht und meine Hebamme sagte mir: "Na dann nehme ich sie mal wieder aus dem Geburtsvorbereitungskurs!"

Erst da wusste ich, dass hat nichts gutes zu bedeuten! Wir wurden direkt in die Frauenklinik überwiesen.

Fabian und ich wussten nicht wie uns geschah, alles war doch bis jetzt normal, ich hatte nie Beschwerden in der Schwangerschaft, ich/wir waren nicht fähig zu denken. Wir gingen nach Hause, packten ein paar Sachen ein und fuhren in die Frauenklinik.

Angekommen, brachte man uns in den Gebärsaal, wo ich mich hinlegen sollte. In den darauf folgenden Stunden hofften wir nur darauf, dass du noch nicht zur Welt kommen würdest. Man gab mir wehenhemmendes Mittel und führte eine Lungenreifung für dich durch. Mir wurde eine menge Blut abgenommen um Tests durchzuführen. Auch wurde noch ein Ultraschall gemacht, wo man den Magen von dir nicht finden konnte.

Ich dachte nur, wie soll ein Kind leben können, wenn es keinen Magen hat?! Fabian und ich erlebten eine Horrornacht. Wir hatten Angst und waren mit der Situation völlig überfordert.

 

Ich war so froh, Fabian an meiner Seite zu wissen. Er war die ganze Nacht bei mir und wir trösteten einander gegenseitig und sprachen uns immer wieder Mut und Kraft zu.

Du kamst in dieser Nacht nicht zur Welt und wir waren dankbar dafür.

 

 

Am Tag darauf, wurden mehrere Ultraschalls gemacht, die uns dann endlich Aufschluss darüber gaben, was unserem Kind/dir nun fehlte. Es stellte sich heraus das du ein Loch im Zwerchfell hast und das der Magen durch dieses Loch in den Brustraum gelangt ist. Das Herz war dadurch auf der falschen Seite und die Lunge konnte sich auch nicht richtig entwickeln.

Was bedeutete das jetzt für dich? Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass es ein Mädchen sein würde. Nach all den Untersuchungen wollten wir dir jedoch einen Namen geben können. Wir wollten dich mit Namen ansprechen können. Und so stellten wir die Frage nach deinem Geschlecht. Mit Freunden durften wir erfahren, dass wir ein Mädchen bekommen würden und mit Freunden gaben wir dir den Namen „Laura“.

 

Die andere Frage welche im Raum stand war: “kannst du leben“?

 

Die Antwort darauf war: „es kommt darauf an, ob sie Beatmet werden kann, falls ja, hat sie eine Chance zu leben!“

So lange Laura in meinem Bauch war, konnte ich sie über die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgen, wie es aber sein würde, wenn sie zur Welt kam, das war ungewiss.....

Das Beatmen war eine Sache, Laura stand ja auch noch eine grosse Operation bevor, falls sie Beatmet werden könnte. Der Defekt (Zwerchfell Hernie) war zwar gross, aber operativ zu beheben. Der Knackpunkt war das Beatmen.

 

Da Laura für ihr alter noch sehr klein war (30 SSW 800gr.) hofften wir darauf, dass sie noch lange in meinem Bauch bleiben würde, um so noch wachsen zu können.

 

Für mich hiess das Bettruhe. Ich blieb in der Frauenklinik wo ich/wir sehr gut umsorgt wurden.

Ich genoss es, wenn ein CTG gemacht wurde und ich deinen Herztönen lauschen konnte. Deine Herztöne waren wie Musik für mich. Ich hörte das du Lebst und das deine Herztöne mit jedem Tag immer kräftiger wurden.

Die Hoffnung war unser täglicher Begleiter und wir klammerten uns an jeden Strohhalm.

 

Viele Freunde besuchten mich in dieser Zeit und schenkten dir wie auch mir viel Liebe und Kraft. Alle drückten uns die Daumen und hofften von Herzen, dass alles gut ausgeht. Es war unglaublich schön zu erfahren, wer alles an einen denkt und wie wichtig man im Leben von Freunden ist. Diese Freunde geben uns noch heute Kraft um nach vorne zu schauen!

 

Während den 9Tagen die ich bereits in der Klinik lag, wurde alles für die bevorstehende OP vorbereitet. Man entschied sich den Kaiserschnitt im Kinderspital zu machen, damit Laura die beste und schnellste Unterstützung bekam die sie brauchte.

Aus dieser Sicht, waren/sind wir sehr dankbar diese Tage zur Vorbereitung gehabt zu haben.

 

 

Am 8. Juni, trotz permanent Wehenhemmendem Mittel hatte ich trotz allem Wehen. Ich spürte sie kaum, es war nur ein zusammenziehen der Bauchdecke, wie ich es schon oft in der Schwangerschaft hatte. Nie hätte ich gedacht, dass das Wehen sind, denn ich verband Wehen immer mit Schmerzen.

Zu dem zeigten die Blutwerte auch noch einen Infekt an, der jedoch nicht interpretiert werden konnte.

Aus diesem Grund, wurde das wehenhemmende Mittel entfernt.

Jetzt wusste ich, Laura wird jetzt zur Welt kommen.

Sofort rief ich Fabian an, dass er kommen möge und das jetzt unsere Tochter zur Welt kommen würde.

Kurze Zeit später war er an meiner Seite.

Ich hatte kein Gespür mehr für Zeit, ich wurde für den Kaiserschnitt vorbereitet und ins Kinderspital gebracht. Eine PDA wurde gemacht und ich spürte wie der unter Teil meines Körpers leicht und schwerelos wurde.

Fabian war immer bei mir und wich nicht von meiner Seite. Das Atmen viel mir schwer und ich schlief fast ein während dem Kaiserschnitt. Fabian gab mir Kraft und hatte den weissen Tiger, welcher wir vor 7 Monaten in Paris kauften, dabei.

 

Den weissen Tiger hat er eines Tages mit in die Klinik gebracht, nach dem wir wussten, dass Laura nicht gesund zur Welt kommen würde. Er sagte damals, dass Laura etwas von einem weissen Tiger hat – er sagte „Laura ist wie ein weisser Tiger, eine Laune der Natur, aber wunderschön“

 

Laura war wohl zu sehr ein weisser Tiger........

 

Laura kam am 8. Juni um 18.54 zur Welt. Sie wog 940gr. und ist 35cm gross.

 

Fabian konnte sie kurz bestaunen bevor sie von den Kinderärzten in Empfang genommen wurde.

Man versuchte sie zu beatmen, was auch zunächst gut gelang.

 

Ich wurde nach dem Kaiserschnitt zurück in die Frauenklinik in den Gebärsaal gebracht um mich auszuruhen. Fabian war immer noch bei mir, bis er wusste, dass es mir gut ging.

Als er wusste, das es mir gut ging, machte er sich auf den Weg zu Laura. Er wurde von einem Seelsorger begleitet, der Laura taufen sollte.

Da wir bereits vor der Geburt wussten, dass Laura vielleicht nicht lange Leben würde, haben wir uns darum bemüht, dass sie eine Nottaufe erhält. Die Vorstellung, dass unser Kind getauft sein würde beruhigte mich und ich konnte den Gedanken besser ertragen, falls etwas nicht gut laufen sollte, dann eben einen Engel – einen Schutzengel im Himmel zu haben.

Und so wurde Laura noch am selben Abend getauft. Im besein ihres Papi der ihre Fingergerchen berührte und so bei ihr sein konnte.

 

 

 

 

 

Fabian kam lange nicht zurück zu mir in den Gebärsaal, ich empfand es als eine Ewigkeit und ich spürte, dass das nichts gutes zu bedeuten hatte.

 

Endlich kam Fabian zu mir zurück und berichtete mir von der Taufe und von Laura und ihren Werten. Die Werte von Laura waren nicht gut und es schien auch nicht besser zu werden.

Kurz darauf kam der Kinderarzt zu uns und teilte uns mit, dass es Laura nicht gut ging, ob sie aufhören und sie bringen sollten?

Die Entscheidung ob sie aufhören sollte, konnten und wollten wir nicht treffen. Wir überliessen es den Ärzten über diesen Zeitpunkt zu entscheiden und sie dann zu uns zu bringen.

Noch immer hofften wir auf ein Wunder.......

Kurz nach 23 Uhr kam dann der Anruf aus der Kinderklinik, dass sie Laura jetzt bringen würden.

 

Laura starb um 23.35 Uhr kurz bevor sie bei uns war.

 

Als der Arzt sie uns brachte musste ich zuerst fragen ob sie schon gestorben sei. Er nickte nur und sagte leise ja.

 

Man legte Laura zwischen uns und endlich durfte sie bei uns sein.

 

Ich konnte mein Kind nie lebend in den Armen halten, nie konnte ich mein Kind schreien hören, nie....................................

 

Und doch bin ich dankbar für jeden Tag und jede Stunde die sie bei mir und in mir war. Ich konnte sie spüren und ihr Liebe schenken.

 

 

Laura du bist das schönste Geschenk das mir Fabian gemacht hat.

 

 

Als Fabian und ich wieder zu Hause waren, wollten wir wissen, welche Bedeutung der Name Laura hat.

Laura bedeutet: die Lorbeergekrönte – die Siegerin!!

 

Und genau das bist du für uns – die Siegerin

 

Wir sind überzeugt davon, dass du nur aus einem Grund so gross geworden bist.

Liebe

Du wurdest, vom ersten Moment deines Lebens an, geliebt. Von mir und deinem Papi, und von all unseren Freunden und unserer Familie. In jedes Herz bist du gedrungen und hast deinen Platz dort gefunden.

......und weil du so geliebt wurdest, bist du so gross geworden!!!

 

Deshalb hast du gesiegt!!

Denn dein Geschenk an uns war deine Grösse. Mit jedem Tag den du bei mir/uns warst, hast du mein und unser aller Leben bereichert!

Durch dein Durchhalten konnten wir dich in die Arme nehmen und dich noch berühren und anschauen.

Laura du hast mir/uns so viel gegeben in dieser kurzen Zeit, dass es wohl für ein Leben schon genug war....?

 

Laura ich hoffe nie zu vergessen wie es war dich in mir zu spüren, deine Finger zu berühren und deinen Duft zu riechen.

Dein Duft war vergleichbar mit dem einer jungen, kleinen, zarten Rose!!!

 

Ich werde dich nie vergessen!

 

Dein Mami

 

 

Heute vor genau 5 Wochen bist du zur Welt gekommen und hast mit einem Flügelschlag sie kurz darauf wieder verlassen. Keinen einzigen Moment deines Daseins habe ich bis heute vergessen. Das wird sich auch nie ändern, denn du wirst in meinem und im Herzen deines Papis, sowie in Gedanken vieler lieber Freunde weiter leben!

 

Vor ungefähr einer Woche haben wir erfahren was genau dich am Leben hinderte. Du hattest eine schwere Trisonomie 18. Das ist ein genetischer Defekt welcher verschiedene Fehlbildungen mit sich bringen kann. Ausschlaggebend ist aber, dass eine Trisonomie 18 kein langes Leben ermöglicht.

Im Spital und von Ärzten wurde uns gesagt, das wenn eine Trisonomie 18 vorliegen würde du nur höchstens 1 Jahr zu leben hättest. Dein Papi und ich wollten nach diesem Bericht natürlich mehr wissen über die Trisonomie 18. Es stellte sich heraus, dass du viele der Fehlbildungen hattest, welche mit dem Gendefekt in Zusammenhang standen. Jedoch haben wir auch erfahren, dass es Kinder gibt, welche länger lebten und leben.

Alles was wir bis jetzt gelesen haben, hat uns die Gewissheit gegeben alle Entscheidungen richtig entschieden zu haben. Wir sind nach wie vor froh, keine Fruchtwasserpunktion und andere Test gemacht zu haben, welche uns schon früher Aufschluss über deine Gesundheit gegeben hätten. Denn dann hätte man uns bestimmt geraten einen SS-Abruch zu machen und das hätte ich mir nie verzeihen können, wenn ich jetzt davon lese, dass Kinder mit einer Trisonomie 18 bis 7 Jahre und älter werden können.

Jetzt haben wir die Gewissheit alles in unserer Macht stehende getan zu haben um dir die besten Chancen auf „Leben“ zu ermöglichen. Denn für uns stand immer im Mittelpunkt, dass du lebst!! Jetzt lebst du in unseren Herzen und für uns mit der Gewissheit alles für dich getan zu habenJ

 

Wir lieben dich, du bist unsere Sonne die jeden Tag für uns scheint, auch wenn wir sie manchmal nicht sehen.

Die planmässige Hochzeit vom 10/18. Juni wurde verschoben.

Heute freue ich mich riesig in zwei Tagen am 22. Juli 05 um 16.00 deinen Papi zu heiraten. Denn du wirst mitten unter uns sein und dich mit uns freuen und auch diesen weiteren Schritt des Lebens mit uns gehen. In ewiger Liebe und Dankbarkeit Dein Mami