Mein Engel

 

Mein Engel

Vom ersten Moment an, als Du zu mir kamst, habe ich dich gespürt,

mein Engel...

Und doch war es unbeschreiblich überwältigend , als mir mein Frauenarzt

ein Ultraschallbild von Dir zeigte.

Du warst an diesem 11.11.2002 erst 3 Wochen alt und hattest doch  

mein Leben und meinen Körper schon so sehr verändert.

 Als ich kurz darauf Blutungen bekam, war da eine Verzweiflung die ich vorher

nicht kannte...

doch mein Arzt zeigte mir Dein winziges pulsierendes Herz...

lange Tage des Wartens, der Angst, der Liebe und der Hoffnung verbrachte ich

bevor Du am 21.11. 2002 von mir gingst,

mein Engel.

Noch nie zuvor habe ich mich so traurig und einsam gefühlt...

wo ich Dich vorher gespürt habe ist nur noch Leere.

 Der Trost und das Mitgefühl durch Deinen Vater, meine Familie und meine

liebsten Freunde vermochte mein Leid nur für kurze Zeit zu mindern.

Ebenso die Versuche meine Gefühle in Alkohol und Drogen zu betäuben,

kann ich nur als gescheitert betrachten.

Ich kann nicht aufhören an Dich zu denken, daran was aus Dir geworden wäre,

daran wie ich Deine Hand in meine genommen und Dir die Welt gezeigt hätte,

mein Engel.

 Doch langsam ist da niemand mehr der meinem Schmerz wirklich verstehen kann,

weil niemand Dich so kannte wie ich,

mein Engel.

-Es war doch viel zu früh vorbei um sich nun so hineinzusteigern- höre ich jemanden sagen.

-So schlimm kann es nicht sein, Du wirst bestimmt irgendwann wieder schwanger- oder

-Vielleicht ist es sogar besser so-

NEIN! DAS IST ES NICHT!

Aber wie soll das jemand verstehen, der Dich nicht in sich getragen hat, der Dich nicht mit

Roter Beete mit Vanillepudding gefüttert hat, der nicht Dein Herz hat schlagen sehen...

 NIEMALSNIEMALSNIEMALS werde ICH DICH und unsere gemeinsame Zeit vergessen.

Ich danke Dir so sehr für Deinen Besuch bei mir,

mein Engel.

  Deine Mom