Andrea

 

 

 

Februar 2001

Die Hochzeitsvorbereitungen liefen bereits schon, die Einladungen sind bereits verschickt und das Brautkleid ist auch schon ausgesucht.

Ich bin seit einer Woche überfällig, ist es wegen den Hochzeitsvorbereitungen oder bin ich etwa schwanger?

Ich mache den Test und tatsächlich, er zeigt Positiv an. Mein Mann hatte anfangs grosse Schwierigkeiten dies zu akzeptieren und wir hatten das erste Mal seit den 7 Jahren die wir zusammen sind eine kleine Krise. Doch als er das erste Ultraschallbild sah, fing auch er sich an, darüber zu freuen. Erst recht als er beim 2. Mal mit dabei war. Unser Kleines machte Fäuste und es sah aus als würde es in meinem Bauch boxen. Es war für uns beide ein erhebender Moment und wir malten uns unsere Zukunft wunderschön aus.

Der Hochzeitstermin im Mai rückte näher, ich hatte noch eine kleine Untersuchung bei meinem Arzt. Er meinte noch; das sei wohl die langweiligste Untersuchung während der Schwangerschaft, da er dieses Mal nur mich und nicht das Kind untersucht. Er machte also keinen U-Schall und hörte auch nichts ab. Ich sagte noch; inzwischen bin ich doch in der 19. SSW und ich spüre noch nichts, ist das normal? Daraufhin hat er gesagt, das sei unterschiedlich, vor allem bei der ersten Schwangerschaft kann es bis zu 23 Wochen gehen, bis man die ersten Bewegungen spürt. O.K. ich war beruhigt und geniesste unsere Hochzeit und die darauffolgenden Flitterwochen.

 

11.06.2001

3 Wochen nach der letzten Untersuchung, ich bin gerade zurück von den Ferien und habe mit der Arbeit wieder angefangen, ich habe schon den ganzen Tag über kleine Krämpfe. Ich frage mich noch, ob dies eventuell die Gebärmutter sei, die ja auch ein Ziehen auslösen kann. Am Nachmittag merke ich jedoch, dass dieses Ziehen immer wieder kommt und auch immer in kürzeren Abständen. Abends, als ich zu Hause angekommen war, habe ich meinem Arzt angerufen, der die Praxis jedoch schon geschlossen hatte. Also rief ich die Hebamme an, die sich erst vor einer Woche bei mir gemeldet und sich vorgestellt hat. Sie meinte; es könnten frühzeitige Wehen sein, ich solle sofort ins Spital kommen um mich vom diensthabenden Arzt untersuchen zu lassen.

Ich ging noch schnell unter die Dusche, bis dahin dachte ich noch, ich müsse vielleicht nur Liegen. Aber unter der Dusche ging mir der Pfropfen ab. Erst da dachte ich, es könnte auch was schlimmeres sein. „Oh Gott, bitte nicht!“

Der Arzt der mich untersuchte machte einen Ultraschall und sah sofort, dass das Kind schon seit mindestens 3 Wochen nicht mehr lebt und es sich bereits am Auflösen sei. Ich war total schockiert und konnte ihm einfach nicht mehr zuhören. Mein Mann war auch äusserst schockiert, mit so was hätte er nie gerechnet.

Die Hebamme führte mich in ein Einzelzimmer wo sie mir trotz der natürlichen Wehen noch Wehenmittel verabreichten damit es schneller gehen würde.

Die Wehen waren heftig aber zum aushalten. Ich hatte nur mit dem Atmen Probleme da ich ständig hyperventilierte. Mein Mann war immer an meiner Seite und gab mir nur durch seine Anwesenheit Kraft dies zu überstehen. Er hatte neben der Trauer unseres verstorbenen Kindes nun auch noch Angst um mich. Man sah ihm die Verzweiflung, mir nicht mehr helfen zu können an.

Inzwischen ist es ca. 23:00 Uhr, die Wehen haben keinen Abstand mehr, sondern sind andauernd, der Arzt untersucht mich und hat das Kind zwar ertasten können, merkte aber das es sich nicht lösen kann. Daher sagte er; es hat keinen Sinn das wir sie noch mehr leiden lassen, wir machen nun eine Auskratzung.

Mein Mann durfte nicht mit in den OP, später sagte er mir mal, das sei die schlimmste Zeit gewesen, nicht zu wissen was mit mir passiert und er hätte wahnsinnige Angst gehabt.

Im OP setzten sie mir eine Teilnarkose ins Rückenmark, es wurde ein Tuch gespannt, so das ich nichts sehen konnte. Die Hebamme war immer bei mir, hielt mir die Hand und versuchte mich soweit es möglich war zu trösten.

Als die Ausschabung vorbei war, sagte der Arzt; das Kind hat sich die Nabelschnur 5 Mal um den Hals gewickelt und sei daran wohl erdrosselt, er fragte ob ich es sehen wollte? Ich sah meine Hebamme an und die schüttelte den Kopf. Sie meinte; es sei besser nicht, da das Kind mindestens schon 3 Wochen tot sei, sei es kein schöner Anblick. Also fragte ich nur ob es ein Junge oder ein Mädchen war. Ein Junge! Somit bekam mein Kind eine Identität und ich realisierte erst jetzt richtig was passiert war.

Meine Augen brannten vom Weinen, ich dachte schon die Tränen würden nie versiegen.

Auch mein Mann weinte mit mir und blieb bei mir bis ich unter Schlaftabletten endlich eingeschlafen bin.

Es war etwa eine Woche später, als ich es nicht mehr aushielt und meinen Arzt anrief um zu fragen, ob man noch ein Foto oder Fussabdrücke meines Jungen machen könnte. Ich habe ihn zur Autopsie freigegeben und dachte, es sei noch nicht zuspät dafür.

Mein Arzt sagte; es sei leider zuspät, er wäre wohl nicht mehr in der Gerichtsmedizin, sondern bereits eingeäschert und in einem anonymen Grab, welches alle Spitäler für solche Fälle haben. Ausserdem wäre ein Foto wohl nicht so gut gewesen.

Es zerriss mir fast das Herz nichts von meinem kleinen Dominik zu haben.

Der Bericht der Autopsie ergab das was vermutet wurde. Er ist wegen der Nabelschnur die sich zu oft und zu satt um den Hals gewickelt hat gestorben. Auch sei er ca. 5 Wochen tot in mir gewesen. Ansonsten wäre mein Junge absolut gesund gewesen. Der Arzt meinte; das würde mir nicht noch mal passieren, da ein solcher Fall (im 5.Monat, wo ja noch jede menge Platz vorhanden sei) nur 1:10‘000 vorkommt. Und ich fragte mich wieder; warum muss dann ausgerechnet mir das passieren, wo es doch so selten vorkommt.

Die Tage und Wochen vergingen, mal ging es mir einiger Massen gut, doch leider immer öfters auch wieder ziemlich schlecht. Oft wollte ich einfach nur bei meinem Kind sein. Warum? Das fragte ich mich dauernd. War es, weil die Schwangerschaft nicht geplant war und wir dafür büssen müssten? Wir wussten aber, dass wir dieses Kind haben wollten und haben uns auch darauf gefreut! Warum also?

Leider gibt dir niemand darauf eine Antwort. Also stelle ich mir meinen Sohn als einen Engel vor, der Gott unbedingt haben wollte.

Die Ärzte und unsere Eltern rieten uns, bald wieder schwanger zu werden um das alles besser zu verarbeiten.

Nach den ersten 3 Monaten, die ich nicht schwanger werden durfte, fixierte ich mich nur noch darauf. Meinen Mann machte ich wohl ein bisschen wahnsinnig damit.

Im November gestand ich mir endlich selber ein, dass ich in einer tiefen Depression stecke und redete auch offen darüber. Von da an ging es wieder ein bisschen aufwärts.

 

Dezember 2001

Ich spüre das es diesmal gekappt hat und mache einen Schwangerschaftstest, der zeigt tatsächlich positiv an. Juhu, ich bin überglücklich. Auch mein Mann freut sich mit mir, obwohl er vor der Schwangerschaft mehr Angst als ich habe. Er sagte noch; es wäre lieber schon da!

Meine Stimmung hat sich auf einen Schlag seit dem Test verbessert. Ich bin überaus glücklich und geniesse jeden Tag meiner Schwangerschaft. Auch mein Mann hat sich voll in die Schwangerschaft integriert. Er cremt jeden Tag meinen Bauch ein und gibt Küsse auf ihn.

Inzwischen habe ich meinen Arzt gewechselt, ich gehen nun zu dem Arzt der mich im Spital betreut hatte. Auf Grund meiner Vorgeschichte werden mehr Untersuchungen gemacht als bei anderen Frauen, nur um mich zu beruhigen.

Alles läuft super, die Blutwerte sind äusserst gut, der Blutdruck stimmt, das Kind wächst normal, einfach alles in bester Ordnung.

In der 17. SSW spüre ich das erste Mal mein Kind. Mir kommen die Tränen vor Glück und ich spreche auch mit ihm. Jede Woche kann ich mein Kind besser spüren und Anfang 22 SSW hat auch mein Mann die ersten Bewegungen durch den Bauch gespürt. Wir waren ja so glücklich!

3 Tage später hatte ich den grossen Ultraschalltermin bei meinem Arzt. Wau, ist mein Kind gewachsen. Doch da scheint was nicht zu stimmen, die Füsse sehen etwas komisch aus. Und da sagt der Arzt auch schon; ihr Kind scheint Klumpfüsse zu haben, aber was mir mehr sorgen macht, ist das man das Kleinhirn nicht gut oder gar nicht sieht.

MEIN GOTT! BITTE NICHT!!!!

Mein Arzt beruhigt mich in dem er sagt, er wolle eine 2. Meinung vom Frauenspital, welches bessere Ultraschallgeräte habe. Er meldete mich auch gleich dort an.

Den Rest des Tages arbeitete ich wie in Trance. Ich weiss nicht mehr, wie ich Abends nach Hause gekommen bin. Meinem Mann berichtete ich nur von den Klumpfüssen, ich wollte ihn nicht wegen des nicht sichtbaren Kleinhirns unnötig beunruhigen, wo es doch noch nicht sicher ist. Er verbrachte den Abend damit, im Internet alle möglichen Berichte von Klumpfüssen und wie Diese behandelt werden können zu finden. Ich dagegen machte mir grosse Sorgen wegen des Gehirns. Was ist wenn......? Ich klemmte mich an die Hoffnung, dass es nur bei den Klumpfüssen bleiben würde.

2 Tage später hatten wir einen Termin in der Ultraschallabteilung des Frauenspitals. Die Ärztin die uns betreute, hatte uns schon vor dem Ultraschall gewarnt was es sein könnte. Es sei damit zu rechnen, dass das Kind ev. nicht lebensfähig sein kann. Mein Mann war absolut geschockt! Er hat nur mit diesen Klumpfüssen gerechnet und mehr nicht, und jetzt dass!

Mir rutschte das Herz in die Knie und immer noch hoffte ich auf eine Fehldiagnose, obwohl ich eigentlich bereits gespürt habe, dass diese Hoffnung wohl nichts ist.

Der Ultraschall bestätigte alles. Die Ärztin war äusserst einfühlsam und hat uns offen über alles aufgeklärt, auch psychologische Betreuung wurde uns immer angeboten.

Wir mussten an die frische Luft, raus hier aus diesem Raum der soviel Übel hervor brachte.

Mein Mann brach völlig in sich zusammen, ich musste ihn halten.

Zuvor hat uns die Ärztin über die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruches informiert und ich habe dem sofort zugestimmt. Während mein Mann immer noch nicht recht wusste was hier geschah.

Ich war damals sehr stark und gefasst, da ich mir schon zuvor Gedanken gemacht habe, was ist wenn......

Doch meinem Mann war dies zuviel. Ich hätte ihm vielleicht doch vorher schon sagen sollen, was noch sein könnte. Aber im nachhinein weiss man es immer besser.

Wir haben draussen über alles gesprochen und es war uns beiden klar, das ein Schwanger-schaftsabbruch die einzige Lösung ist.

Wir besprachen das alles noch mit der Ärztin die uns erklärte, wie sowas abläuft. Dies war am Feitag.

Am Samstag haben wir unsere Eltern und Geschwister darüber informiert. Meine Mutter ist am Telefon zusammen gebrochen. Es waren die schwierigsten Telefonate die ich je machen musste.

Am Montag waren wir bei meinem Frauenarzt zur Besprechung. Auch er hat uns zu einem Schwangerschaftsabbruch geraten und mich im Frauenspital angemeldet.

Am Dienstag mussten wir zur Sozialmedizin zu einer Psychologin um ein Gutachten einzuholen. Anfangs hatte ich Angst, aber diese Stunde bei der Psychologin hat uns sehr gut getan. Wir haben auch über die Totgeburt unseres ersten Kindes gesprochen. Die Psychologin meinte, es sei von diesem Spital unverzeihlich gewesen, dass sie kein Foto oder Fussabdruck genommen hätten. Es sei für beinahe alle Mütter und Väter wichtig etwas von ihrem Kind zu haben. Also besprachen wir, wie wir dieses Mal mit der Geburt vorgehen wollen. Ich sagte sofort, dass ich mein Kind sehen und halten möchte, während es für meinen Mann ganz klar war das er das nicht will. Das habe ich auch akzeptiert, wir haben zuvor schon darüber gesprochen und er hat mir erklärt warum er unser Kind nicht sehen möchte. Er will einfach nicht noch mehr Bezug darauf nehmen.

Am Mittwoch mussten wieder zur Sozialmedizin um die Eingriffsbewilligung zu unterzeichnen. Auch gab mir eine Ärztin ein Medikament welches ich an Ort und Stelle einnehmen musste. Dieses Medikament nimmt man um die Gebärmutter auf die kommende Geburtseinleitung vorzubereiten. Sie gab meinem Mann ein Arztzeugnis für die ganze Woche, so konnte er die ganze Woche für mich da sein, was mir äussert wichtig war.

Am Donnerstag Nachmittag wurde ich im Spital dann eingewiesen, die Ärzte kamen um verschiedene Fragen zu stellen. Anschliessend durfte ich bis 21:00 Uhr wieder nach Hause.

Pünktlich sind wir wieder im Spital, wo ich ein Einzelzimmer auf der Gynäkologie hatte. Ich wusste, dass die Hebammen mich um Mitternacht holen kommen und ich dann in die Gebährstation gebracht werde. Mein Mann blieb bis 23:20 Uhr bei mir und ging dann nach Hause um ein bisschen zu schlafen. Ich solle dann anrufen, falls es eher als geplant anfängt.

Es wurde uns erklärt, dass um Mitternacht 2 Medikamente eingeführt werden und dann um 06:00 Uhr nochmals. Die Erfahrung zeige, dass dann die meisten Geburten gegen Mittag vorüber seien. Es könne sich aber auch bis in den Nachmittag oder Abend hinziehen. Jede Frau reagiere anders darauf.

Also, um Mitternacht holten mich die Hebammen und brachten mich in ein Gebährzimmer, ein wenig abgelegen von den normalen Gebährsäälen. Die Hebamme führte mir diese 2 Medikamente ein und bot mir noch eine Schlaftablette an, damit ich bis 06:00 Uhr ein bisschen schlafen könnte. Die Schlaftablette nahm ich in der Annahme, dass ich ohne sowieso nicht schlafen könnte. Um 12:30 Uhr löschte ich das Licht und ich spürte mein Kind ein letztes mal in meinem Bauch, weinend schlief ich ein. Jedoch nicht lange, es ist ca. 13:15 Uhr und ich habe bereits starke Wehen. Ich klingelte der Hebamme, die kam in der Annahme ich wolle noch eine Schlaftablette und war sehr überrascht, dass ich so schnell auf die Medikamente reagierte.

Die Wehen kommen im 3 Minutentakt. Ich rufe meinen Mann zuhause an, der eben erst ins Bett gegangen ist um ihm zu sagen das es los geht. Eine halbe Stunde später ist er neben mir an meinem Bett und konnte mir gerade noch die Schale reichen als ich mich übergeben musste. In dieser Nacht musste ich mich etwa 6 Mal übergeben, dies sei wegen den starken Wehenmittel die sie mir verabreichten. Die Wehen sind immer heftiger, ich halte es fast nicht mehr aus, nicht zu vergleichen mit den normalen Wehen die ich letztes Mal hatte. Die Ärztin, die auch öfters anwesend ist, klärt mich auf, dass diese Wehen nicht mit Normalgeburten zu vergleichen seien. Um 04:00 Uhr halte ich es nicht mehr aus und verlange eine PDA.

Danach ging es mir wesentlich besser, ich war total erschöpft und schlief sogar ein wenig.

06:00 Uhr Freitag, 12.04.2002

Die Hebammen hatten eben Schichtwechsel und die neue Hebamme will mich soeben untersuchen, um festzustellen ob die 2. Medikamentenration überhaupt notwendig sei. Sie fasste mich nur kurz an und sagte; es sei bald soweit. Mein Mann verliess das Zimmer um draussen eine zu rauchen. Ich spürte einen Druck im Unterleib, sagte dies der Hebamme und schon kam eine Wehe und der untere Teil meines toten Kindes war geboren. Es kam in Steisslage, daher hat es so lange gedauert. Um 06:45 Uhr war dann das ganze Kind geboren. Auch der Mutterkuchen hat sich voll gelöst. Wenigstens eine Ausschabung war nicht nötig. Mein Mann blieb draussen, ich musste dies akzeptieren. Doch als ich dann unseren kleinen Jungen im Arm hatte, hätte ich diesen Moment gerne mit meinem Mann verbracht. Stattdessen blieb ich eine Zeit lang alleine mit meinem Yannik im Arm. Die Hebamme hat ihn in eine Decke gewickelt, so das man die schweren Missbildungen nicht sieht.  

Ich konnte mich nicht satt sehen, er war ja so schön. Die Lippen ein wenig geöffnet und die Ärmchen über der Brust gekreuzt. Lange Finger und Fingernägel, er ist ja so gross. Er sieht meinem Mann sehr sehr ähnlich. Nie hätte ich gedacht, das ein Kind in der 23. SSW so gross ist. Ich berühre ihn ganz sachte und würde ihn am liebsten nicht mehr hergeben. Obwohl mein Kind nicht leben durfte verspüre ich einen grossen Stolz.

Einige Zeit später kam die Hebamme wieder und fragte, ob ich ihn zur Autopsie frei geben wolle. Ich stimmte zu und verlangte das man Fotos von ihm macht. Die Hebamme sagte, das hätte sie sowieso gemacht. Sie machte 2 Polaroidfotos meines kleinen Jungen, die ich heute noch sehr gerne ansehen.

Mein Mann wollte nur wissen, ob Junge oder Mädchen. Er kann nicht so offen darüber reden wie ich. Er hat die Fotos bis heute noch nie gesehen, auch weiss er nicht mal, das Yannik ihm geglichen hat. Er ist aber froh zu wissen, das ich Fotos habe, damit er irgendwann, wenn er bereit dazu ist, die Chance hat unser Kind zu sehen.

 

Dieses Erlebnis und die Fotos haben mir sehr über den Verlust geholfen, wobei ich natürlich immer noch am verarbeiten dieser Schicksale bin. Jedoch geht es mir im Vergleich zu letztes Jahr wesentlich besser. Ich habe den Job gewechselt und setze mich nicht mehr unter Druck, unbedingt schwanger zu werden. Dies zur Zeit sowieso nicht, mein Körper muss sich endlich mal erholen. Ich denke, dass auch mein Mann noch einige Zeit benötigt, um dazu wieder bereit zu sein.

 

Meine beiden Jungs sind nun vereint. Dominik und Yannik - ich werde euch nie vergessen und immer in meinem Herzen tragen. Euer Mami

 

Ich danke meiner besten Freundin, die solche Schicksale leider auch kennt und immer für mich da ist - Meinem Mann der, obwohl er lieber nicht darüber spricht, mir immer beisteht und all jenen die, die Geduld nicht verlierten, wenn ich mich wieder und wieder wiederholte.

 

Andrea