Barbara

 

Lebensstationen

 

16.2. 05     Bei der vierten und letzten Ultraschall-Kontrolle in der 35. SSW wird Wasser im

                  Kopf festgestellt. Eine weitere Untersuchung in Basel wird angeordnet

.

23.2. 05     Im Spezialultraschall der Frauenklinik Basel wird uns mitgeteilt, dass unser

                        Kind einen offenen Rücken hat. Zusätzlich wird noch ein Herzfehler gefunden.

                        Deshalb wird eine weitere Kontrolle in Zürich angeordnet.

 

25.2. 05     Die Diagnose von Basel wird bestätigt. Ein Kaiserschnitt wird angeordnet.

 

28.2. 05     Gespräche mit Ärzten vom Kinderspital Zürich machen uns klar, dass niemand

                  weiss, ob unser Kind leben wird. Man will die Geburt abwarten und dann

                  entscheiden was zu tun ist.

 

3.3. 05       Am Morgen um 9 Uhr sechs, kommt Benjamin im Unispital Zürich zur Welt. Er

                  wird sofort ins Kinderspital verlegt. Bald wird klar, dass Benjamin trotz seiner

                  vielen Schwierigkeiten auch einen enormen Lebenswillen hat. Er kämpft. Diesen

                  Kampf möchten wir mittragen. Wir beschliessen mit den Ärzten, die drei

                  „lebensqualitätsverbessernden“ Operationen durchzuführen.

 

7.3. 05       Benjamins Rücken wird verschlossen. Er meistert diese erste Hürde ohne

                  Zwischenfälle.

 

15.3. 05     Kaum hat er sich von der ersten Operation erholt, wird in einer siebenstündigen

                  Operation der Herzfehler korrigiert. Während drei Tagen bleibt Benjamin in

                  einem künstlichen Koma. Auch von diesem Eingriff erholt er sich erstaunlich

                  rasch.

 

26.3. 05     Um das Wasser aus seinem Kopf abzuleiten, wird Benjamin schliesslich ein

                  Shunt-Ventil-System eingepflanzt. Bereits einen Tag später kann er von der

                  Intensivstation auf die Neugeborenen-Station umziehen.

 

4.4. 05       Nach ein paar Tagen ohne Sauerstoff, macht er nachts einen Atemstillstand und

                  stellt damit alle vor neue Fragen. Ab sofort ist er wieder auf Sauerstoff

                  angewiesen. Auch die Ernährung funktioniert nach wie vor nur über eine

                  Magensonde.

                  Neben all den stressigen Situationen wirkt Benjamin doch immer wieder sehr

                  zufrieden. Er hört Musik, beobachtet sein Mobile und hält die Pflegenden auf

                  Trab, weil es in seinem Bettchen zu langweilig ist. Wir besuchen ihn rege, helfen

                  bei der Pflege und geniessen die Momente, während denen wir ihn auf dem Arm

                  halten und bei ihm sein können.

 

2.5. 05       Da das Shunt-System nicht richtig funktioniert wird beschlossen, dieses in einer

                 

6.5. 05       Am Morgen um sechs vor neun bleibt Benjamins Herz bei der Einleitung der

                  Narkose für alle überraschend stehen. Reanimationsversuche bleiben ohne

                  Erfolg. Benjamin hat seine Entscheidung getroffen.

                 

                  Ein kleines, grosses Herz ruht für immer.

                 

                  Lieber Benjamin, ich bin stolz auf Dich und trage Dich für immer bei mir.

                  In tiefer Liebe, Mami