Christine

 

Meine Geschichte:


Vor einem Jahr haben mein Partner und ich entschieden, dass es für uns nun Zeit ist zu  versuchen eine Familie zu gründen... Entgegen meinen Erwartungen wurde ich sehr schnell schwanger...die Freude von uns beiden war riesig! Im April haben wir dann auch bei unseren Familien und Freunde das schöne Geheimnis gelüftet, da war die Freude noch viel grösser und für uns wunderschön dies mit allen teilen zu können... Es folgten sehr unbeschwerte Monate, ich erlebte eine tolle Schwangerschaft ohne jegliche Komplikationen, ich genoss es von Tag zu Tag runder zu werden und das kleine Menschlein in mir immer wie intensiver zu spüren. 2 mal flogen wir noch in die Ferien und
genossen unsere Zeit zu zweit...und malten uns die Zukunft zu dritt in den schönsten Farben aus. Mein ET war der 24.10. Ende September hatte sich unser Kind ( wir wollten das Geschlecht nicht wissen) immer noch nicht gedreht und war immer noch in Steisslage... Mein Arzt empfohl mir eine äussere Wendung. Am 1.10. versuchte er diese Wendung vorzunehmen...doch unser Kind wehrte sich zu sehr und die sitzende Position war ihm am liebsten. Also probierten wir nicht lange weiter. Ich war etwas enttäuscht nun doch nicht spontan gebären zu können sondern ein Kaiserschnitt geplant wurde. Ich hatte dann noch etwas mehr als 2 Wochen Zeit mich mit dieser Tatsache anzufreunden. Schlussendlich habe ich mir gesagt "vielleicht hat es einen Grund, dass sich mein Kind nicht dreht... und es ist zwar schade nicht spontan gebären zu können, doch hauptsache ist ja dass das Kind gesund ist." . Am 20.10 gingen mein Partner und ich mit gepackten Taschen ins Spital  mit dem Wissen dass wir in einigen Stunden Eltern sein würden. Ich bekam eine Infusion und ein Spitalnachthemd angezogen und wurde auf die OP vorbereitet. Dann kam ein Assistenzarzt und machte nochmals einen Ultraschall um zu sehen ob das Kind immer noch in Steisslage ist. Wir trauten unseren Ohren nicht als er uns mitteilte: "es hat sich gedreht"!! Der Kaiserschnitt wurde sofort wieder abgesagt und ich wurde wieder nach Hause entlassen. Ich brauchte einen Moment Zeit dies zu verdauen und mich nun doch wieder auf eine spontane Geburt einstellen durfte, doch freute ich mich auch sehr darüber und fand es ganz interessant wie uns unser Kind schon jetzt an der Nase herum führte...


Die nächsten 2 Wochen schienen mir endlos und ich  (und das ganze Umfeld) sehnten sich
nach der Geburt. In der Nacht vom 1. auf den 2. November war es dann soweit... ich hatte den Blasensprung. Voller
Spannung und Vorfreude fuhren mein Partner und ich ins Spital. Die Geburt ging dann sehr schnell vorwärts innerhalb von
wenigen Stunden war mein Muttermund vollständig offen. Das Kind hatte zeitweise etwas abfallende Herztöne...war durch
jede Wehe immer wieder ein wenig gestresst... doch dies hatt man gut im Griff und unter ständiger Beobachtung... das
Kind erholte sich auch jeweils immer wieder. Als dann der Kopf noch tiefer kam wollte der Arzt nicht dass es zu lange
dauert und meinte man wolle dem Kleinen mit der Saugglocke zu einer raschen Geburt verhelfen... Ich war froh dass es
bald vorüber sein würde und ich mein geliebtes Kind endlich in meinen Armen halten dürfte... mit diesem Wissen gab ich
nochmals den Rest meiner Kräfte und nach einigen Presswehen war mein Junge dann auch da. Man gab mir den Kleinen auf
meinen Bauch, ich sah dass er recht blau und schlaff war, machte mir aber deswegen noch keine grosse Sorgen, man nahm
ihn mir wieder ab und ich dachte man werde ihm jetzt ein wenig Sauerstoff geben und ein wenig absaugen. Gespannt
wartete ich auf den ersten Schrei... ich wartete vergebens...Lorin wurde vor meinen Augen 25 Minuten reanimiert, leider
erfolglos!!! 
Seit diesem Moment steht unsere Welt still. Still ist es auch in unserer Wohnung...im Kinderwagen... auf
dem Wickeltisch...
Nur unsere Herzen schreien vor Schmerz, Wut und Trauer und tausend Fragen nach dem Warum und Wieso
kreisen in unseren
Köpfen... werden wir je eine Antwort dafür erhalten?!

Liebe Grüsse, Christine mit Lorin im Herzen