Corinne

 

Mein Mann und ich wollen nichts sehnlicher als noch ein Geschwisterchen für unseren Sohn Justin Joel (4 1/2 J.). Ich wurde damals mit meinem ersten Sohn Justin im Dezember 1999 schwanger,  eigentlich wollten wir noch etwa 1 Jahr warten. Aber wir freuten uns riesig auf unser Baby.  Die Hochzeit war geplant und im Juli 2000 heirateten wir. Im September kam unser Sonnenschein Justin auf die Welt. Als er ca. 12 Monate alt war, setzte ich die Pille ab und wurde sofort wieder schwanger.

 

Es schien alles bestens bis zum 1. UItraschall in der 13. SW im Februar 2002. Dort stellte die Aerztin fest, dass der Embryo wahrscheinlich den Urin nicht abgibt. Es war eine kleine rund Blase ersichtlich. Dies sei keine grosse Sache, und so ging ich unbeschwert zu meinem Termin ins Unispital nach Zürich. Dann der Schock. Unser Kind hatte mehrere Zysten, die Wirbelsäule verlief falsch und ab dem Bauch war nur ein dickes Bein bis zum Knie vorhanden. Der Arzt riet zum SW-Abbruch, das Kind würde die Schwangerschaft nicht überleben und für die Zukunft sehe es sehr schlecht aus. Es war für uns ein riesiger Schock und eine schwere Entscheidung. Aber wir wussten, es ist besser so und so brachen wir die SS ab. Ich hatte Höllenschmerzen, denn auch nach viermal einleiten wollte es nicht kommen. Als ich viel Blut verlor, wurde ich dann notoperiert. Wieder zuhause hatte ich höllische Kopfschmerzen, von den Medikamenten. Es ging mir psychisch nicht sehr gut. Mein Mann war mir eine grosse Stütze und vor allem mein gesundes Kind. So hatte ich Rückhalt und Hoffnung, dass alles bei mir i.O. ist und es hoffentlich später wieder klappt. Diesen Fall gäbe sehr selten und nach dem es wurde nichts herausgefunden.

 

Die Hoffnung liess nicht lange auf sich warten und so wurde ich bereits 3 Monate später wieder schwanger. Wir waren überglücklich und waren sicher, dass es nun gut kommt. In der 6. SW hatte ich dann eine Magendarm Grippe und bekam Blutungen und wehenartige Krämpfe. Der erste Schock, ich blutete. Mitten in der Nacht musste ich zum Notfallarzt. Es hiess sofort eine Woche Bettruhe. Das ganze hatte sich dann wieder gut erholt und wir mussten keine Bedenken mehr haben. Trotzdem hatte ich nun natürlich etwas Angst. Beim Ultraschall in der 12. SW war alles bestens. Ich freute mich riesig auf den Untersuch in der 19. SW Ende August 2002. Doch drei Tage vorher bekam ich ganz leichten bräunlichen Ausfluss und ging sofort zum Arzt. Das Kind war bereits tot, seit der 13. SW ist es nicht mehr gewachsen. Für mich und meinen Mann brach eine Welt zusammen. Da ich schon bei Justin sehr wenig Bauch hatte, wäre es mir auch nicht aufgefallen, dass es nicht mehr gewachsen ist. Wieder musste ich nach Zürich um das Kind auf die Welt zu bringen. Diesmal ging es von alleine, aber psychisch schmerzte es umso mehr. Wir wissen bis heute nicht, weshalb das Kind starb, obwohl es untersucht wurde.

 

Wir brauchten dann etwas Zeit. Aber nach einem halben Jahr merkten wir, dass wir wohl am besten darüber hinwegkommen, wenn wir es einfach geschehen lassen. Nun hoffen und bangen wir seit fast drei Jahren, aber es klappte bisher leider nicht. Ich habe im Frühling 2004 einen Bluttest gemacht, scheint aber alles okay zu sein. Mein Mann machte im August ein Spermiogram, auch diese Resultate sind im Normalbereich. Wir sind natürlich überglücklich wenigstens einen gesunden Sohn zu haben und haben gelernt, dies umso mehr zu schätzen. Der Wunsch nach noch einem Kind ist aber nach wie vor trotzdem riesig.

 

Es tat gut, darüber zu „sprechen“ und ich hoffe von Herzen, dass unser Wunsch irgendwann in Erfüllung gehen wird. Wir geben die Hoffnung jedenfalls nicht auf!

 

Und unsere beiden Sternenkinder werden uns auf diesem Wege begleiten und uns beschützen. Sollte ich wieder schwanger werden, weiß ich, dass Sie als Schutzengel auf unser Kind acht geben werden, wie Sie es bereits für Justin tun. Ein Küsschen in den Himmel zu Euch!

 

Corinne