Diana

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Am 22. Juni 2002 habe ich unsere Tochter Lilly in der 24.SSW tot geboren.

Voraus ging eine ziemliche Odysee. Ich hatte schon Wochen voraus das Gefühl,
dass die Kindsbewegungen immer schwächer und seltener wurden.

Bei der Kontrolle beim FA wurde ein US gemacht und alles war in Ordnung.
Trotzdem sprach ich ihn darauf an. Er meinte in dieser Zeit der SS wäre dies
schon möglich, dass man das Kindlein nicht täglich bemerke. So ging ich
beruhigt und glücklich mit einem "Föteli" meiner Tochter "im Sack" nach
Hause.

Und dann spürte ich tagelang nix. Ich beruhigte mich selbst und sagte mir
immer wieder: Das ist normal!!!

Am Montag den 17. Juni musste ich zum Hausarzt wegen Ohrenweh. Ich sprach
ihn, da ich ihn schon jahrelang kenne auf die fehlenden Zeichen an. Er sagte
ich bin zwar kein Gyni aber ich höre es mir mal an. Er horchte meinen Bauch
ab und hatte das Gefühl was zu hören. Trotzdem sollte ich mich in der Klinik
zum US anmelden. Die wiesen mich erst mal ab. "Wenn der Hausarzt Herztöne
hatte, dann sei das schon gut". Mein Hausarzt bestellte mich dann am
Nachmittag nochmals weil er einfach sichergehen wollte. Wieder hörte er was.
Er wollte aber die Verantwortung natürlich nicht auf sich nehmen und so
meldete er mich am Abend noch in der Klinik, mit ein wenig Druck, zum US an.

Ich fuhr natürlich gleich los. Im Auto weinte ich und hatte grosse Angst.
"Was mach ich bloss wenn mein Kind nicht mehr lebt?!"

In der Gebärabteilung der Klinik kam ich dann ,gott sei dank, gleich an die
Reihe. Eine Hebamme hörte mit so einem US-Gerät meinen Bauch ab. Und hatte
natürlich gleich Herztöne!!!??? Hören sie es fragte sie mich. Na ja ich
hörte schon was.....aber war das nicht MEIN Puls??? Jetzt hat es sich gerade
bewegt!!! ....sagte sie. Haben sie es gespürt? Nein gab ich zur Antwort.
Aber wenn sie es sagen wird es schon so sein. Mein FA war zufällig gerade in
der Klinik im OP und sprach sich dann mit der Hebamme ab, dass wenn sie
sicher sei ein US nicht nötig wäre. Alle in Ordnung! Und wenn ich in den
nächsten Tagen Bedenken hätte solle ich mich melden. So schickte man mich
heim. Diesmal weinte ich vor Glück. Mein Kind lebt!!!

Weitere zwei Tage vergingen und mein Kindlein meldete sich einfach nicht.
Ich rief den FA an und er bot mich notfallmässig zu sich in die Praxis zum
US auf.

Da lag ich nun (mein 4 jähriger Sohn war dabei da ich so kurzfristig keinen
Sitter fand) und sah im US Lilly. Sie bewegte sich nicht. Der FA fragte nur
ganz perplex: die Hebamme hat doch gesagt es habe sich bewegt. Ich sagte ja
und wusste was los war. Er sagte dann nur noch: Ja Frau Kuster dieses
Kindlein lebt nicht mehr. Ich drückte nur noch meinen Sohn an mich,
versuchte ihm noch zu erklären was los war und weinte. Schnell musste ich
mich wieder fangen. Alexander war ja dabei. Mein Arzt machte die Einweisung
und ich fing an zu organisieren und zu funktionieren.

Am Mittag des 19. Juni tratt ich in die Klinik ein. Nun wurde ich vier Tage
lang mit diversen Wehenmitteln vollgepumt. Nichts brachte was. Mein Körper
wollte das Kindlein nicht hergeben. Vier Tage in denen ich mich vorbereiten
konnte auf das was noch kam. Die Hebammen und mein Arzt waren echt wunderbar
und ich kann ihnen nur danken dafür wie sie sich in dieser schweren Zeit um
mich und auch um meinen Mann gekümmert haben.

Am Samstag Mittag bekam ich dann eine PDA und dann ging es langsam los. Am
Abend des 22. Juni um 17.37 Uhr kam Lilly dann zur Welt. Sie war trotz
allem, auch wenn sie schon eine Woche tot in mir war, noch schön. Und ob
ihrs glaubt oder nicht sie hatte die Nase meines Mannes. Wir haben uns dann
von ihr verabschiedet. Ich streichelte ihre Hände und dann war alles vorbei.

Lilly ich liebe Dich!