Esther

 

 

Hallo liebe Leser ,

ich werde euch nun mal meine Geschichte aufschreiben , denn vielleicht kann ich damit jemandem Mut machen . Wir waren auch häufig am aufgeben , aber ich bereue es keine Sekunde , dass ich es durchgehalten habe ! Kinder sind für mich das grösste Geschenk auf Erden , aber ich weiss nur zu gut , dass wir sie nur leihweise haben und sie uns nicht gehören , Wir müssen sie beschützen und behüten , so lange sie klein sind , aber wir müssen auch lernen sie wieder loszulassen , wenn sie mal grösser sind ! Also , beginnen wir mal von vorne : Am 26.August 1993 haben mein Mann Stephan und ich uns kennengelernt und wir waren uns von vorneweg einig , dass wir mindestens 4 Kinder haben wollten :-) ! Er war mein erster Freund , der beim Wort Heirat oder Kinder nicht gleich "Reissaus" nahm ! Das war doch schon mal ein gutes Fundament :-) . Wir beschlossen dann im Mai 1995 zu heiraten . Festgelegt hatten wir den 13. , aber da die Kirche schon besetzt war , nahmen wir dann eben den 6.Mai 1995 . Was für ein Glück , denn wir hatten strahlenden Sonnenschein und am 13. hats tatsächlich wieder geschneit :-) ! Zu dem Zeitpunkt waren wir noch beide berufstätig und bei mir war noch ein Stellenwechsel angesagt , da ich einen Arbeitsweg von ca.30 km hatte , für 1 Strecke und das wollte ich mir dann nicht mehr zumuten , wenn ich erst einmal schwanger war . Das wir Kinder wollten , war ja von Anfang an klar . Jedenfalls habe ich mich dann auch entschlossen , mit offenen Karten zu spielen , wenn ich mich bewerbe und siehe da , ich bekam die neue Stelle trotzdem . Im November 1994 beschlossen wir die Pille wegzuschmeissen und es einfach draufankommen zu lassen . Und siehe da , im März 1995 hielt ich den ersten positiven SS-Test in der Hand . Ich war überglücklich und machte einen Termin aus beim Frauenarzt . Der war auf Ende April festgelegt . Dort  machte er einen US , aber mit einem uralten Gerät . Ich war etwa in der 8.SSW , damals . Er meinte nur , er könne keine Herztätigkeit feststellen , aber es könne auch am Gerät liegen , ich soll einfach abwarten . Genau genommen war gar nichts zu sehen , wie ich das heute weiss , aber beim ersten Baby vertraut man ja dem Arzt , er weiss es ja . Genau 1 Woche später (ich sass gerade auf dem Sofa , da es mein freier tag war und strickte an einem Babykleidchen ) spürte ich so ein komisches kribbeln im Unterleib und so ging ich aufs Klo . Dort sah ich dann ein wenig hellrotes Blut und telefonierte dem Arzt . Der meinte ich solle mich schonen und still liegen , dann höre es sicher wieder auf . Also meldete ich mich krank ( es war ja eh mein letzter Arbeitsmonat an der alten Stelle und dort lief es ganz schlecht im Team , also hatte ich auch kein schlechtes Gewissen :-) ) und verbrachte den Tag im Bett . Am nächsten Morgen , als ich aufstand , spürte ich so einen komischen Druck im Unterleib und ich ging aufs Klo . Dort "schoss" dann buchstäblich alles heraus ! Da war mir klar , dass ich soeben mein Baby verloren hatte !! Aus, weg , einfach das Klo runtergespült ! Die erste Reaktion ist nämlich spülen ! Ich telefonierte also erneut dem Arzt , zumal es Donnerstag war und am Samstag unsere Hochzeit war ! Mir blieben also genau 2 Tage ! ! Da es so stark blutete wies er mich sofort ins Spital ein , wo dann notfallmässig eine Ausschabung gemacht wurde . Es ging alles so schnell , ich bekam gar nicht alles mit . Da ich die Narkose gut vertragen hatte , konnte ich am Abend wieder nach Hause . Ich schaffte es dann auch die letzten Vorbereitungen zu treffen und trotz allem hatten wir eine sehr schöne Hochzeit . Der Arzt meinte , das gäbe es bei ca. 50 % der ersten SS , nur passiere es bei den meisten so früh , dass sie es gar nicht merkten . Ich verdrängte also alles , zumal eh noch niemand davon wusste , ausser meinem Mann und mir und unseren Familien . Mein Mann ist der Typ , der eher stumm leidet und nicht über sowas spricht , aber er war immer dabei , bei allem und hat mich unterstützt . Also haben wir beschlossen , es einfach weiter zu versuchen. Im Oktober 1995 fuhren wir zu unseren Freunden ins Wallis und ich erwartete dort eigentlich meine "Mens" . Sie kam nicht , aber der Test zeigte einfach nur ein blaues "Strichli" statt 2 ?! Auf dem Heimweg besuchten wir noch eine Bekannte , die soeben das 3. Kind geboren hatte . Ich hielt die kleine carmen im arm und ein seltsam warmes Gefühl war dabei in mir ! Ich wusste plötzlich , ich bin wieder schwanger ! Dann aber , oh weh , Blut !! Nur ganz wenig rotes Blut , aber es war Blut ! Trotzdem besorgte ich mir noch einen 2.Test , zumal meine Brüste weh taten und ich das sichere Gefühl hatte , dass ich schwanger war ! Und siehe da , 2 blaue "Strichli" ! Juhuui oder eben doch nicht ?! Am nächsten Tag hatte ich kein Blut mehr und ich machte also einen Termin aus beim Frauenarzt . Trotz demselben alten Gerät , war dieses mal ein ganz winziges blinkendes Ding zu sehen , was er als Herzchen vortellte :-) ! Also doch : Juhuuii !! Die SS verlief problemlos , bis etwa zur 20.SSW , ab da nahm ich rapide zu , 15 kg , in 6 Wochen !! Mein Frauenarzt "schimpfte" mit mir , zumal ich schon übergewichtig bin und riet mir zur Ernährungsberatung zu gehen , anstatt alles genauer zu untersuchen . Aber eben , beim 1. Baby vertraut man dem Arzt ! Mein Blutdruch lag übrigens bei 140/100 , was ihm hätte auffallen müssen !!  3 Wochen später  hatte ich Füsse wie ein Elefant und meine Zehen waren kaum noch zu sehen . Zum Glück ging ich in die Geburtsvorbereitung ! Monique ,unsere Leiterin schaute mich an und sagte zu mir : Sag mal , wie siehst Du denn aus ? Geht es Dir gut ? Ich sagte ja , denn mir ging es wirklich gut , ich hatte weder Kopfschmerzen noch sonstwas . Sie mass den Blutdruck und er war nun bei 162/112 !!! Sie sagte nur , ich solle sofort nach Hause , meinen Koffer packen und ins nächste Spital ! Das machten wir dann auch und zum Glück hatte in junger Arzt Dienst ( nicht mein Frauenarzt , der kurz vor der Pension stand ! ) und er behielt mich sofort dort , sprach sogar von Notkaiserschnitt und so ?! Ich fragte ihn dann , was eigentlich los sei und zum ersten mal , wurde mir endlich alles erklärt : Ich hatte eine Gestose auch bekannt unter SS-Vergiftung . Und wenn ich mein Baby nicht wieder verlieren wollte , musste ich nun mit strikter Bettruhe im Spital bleiben . Ich hätte noch ca. 1 Monat arbeiten sollen , aber mein Chef meinte , er komme auch ohne mich klar , das Baby sei nun das wichtigste , zumal seine Frau dasselbe hatte , beim ersten Kind ! Also lag ich nun im Spital und 4 Wochen ging alles gut . Ich war nun in der 35.SSW . Mein Blutdruck hüpfte zwar auf und ab , aber er blieb immer im Grrenzbereich . Ich lan damals im Regionalspital Menziken. Irgendwie liess mich aber das Gefühl nicht los , dass Baby bald kommt und ich bat um eine Verlegung ins Kantonsspital Aarau . Es war Freitagmorgen , als ich nach Aarau "umsiedeln" konnte . Es wurde noch ein CTG gemacht und als alles klar war , fuhren wir im Privatauto nach Aarau . Die Ärzte und Hebammen dort "schimpften" erst einmal , wie verantwortungslos das sei , ich hätte liegend , im Krankenauto transportiert werden müssen , aber es ging ja gut . Jedenfalls lief es in aarau weiter wie in Menziken , mit Bettruhe .und 2x täglich ein CTG . Das Baby war zwar sehr klein für die 35.SSW , aber dafür sehr lebhaft ! Kein Wunder , ich hatte ja auch einen Riesenbauch und eine Menge Fruchtwasser . So hatte das Baby Platz zum Purzelbäume machen . Am Samstag , beim US lag es dann aber schön unten , mit dem Köpfchen und war eherr ruhig . Um 1:15 wurde ich wach , weil ich aufs Klo musste . Dann tapste ich zurück ins Bett und legte mich wieder hin . Aufs Klo und jeden 2.Tag kurz duschen durfte ich , ansonsten musste ich im Bett bleiben . Jedenfalls lag ich kaum im Bett , lag ich auch schon in einem richtigen See ! Ich sprang sofort wieder raus aufs Klo und der See wanderte mit mir :-) . Dort setze ich mich hin und liess es laufen und klingelte der Schwester , welche natürlich sofort die Hebamme holte . Die meinte nur : da will wohl jemand raus ! Also wurde ich in den Kreissaal verlegt und die "arme" Schwester musste putzen :-) . Da ich aber keine Wehen hatte , bekam ich eine Infusion . Und kurz darauf kamen sie dann auch , erst alle 8 min , dann alle 4 min und dann alle 2 min. Etwa um 4:00 telefonierte ich dann Stephan , da er dabei sein wollte und noch gut 20 km zu fahren hatte . Nach gut einer halben Stunde war er da . Durch die Wehenmittel hatte ich sehr starke Wehen , aber der Muuttermund öffnete sich nur langsam . Ich musste mich laufend übergeben und die Herztöne sackten auch immer ab ! Also musste ich Sauerstoff einatmen und es wurde besser . Dem Baby ging es wieder gut . So um 7:00 , am 22.4.1996 , begannen dann die Presswehen und es wurde ein Dammschnitt gemacht , aber da ich durch das lange liegen völlig entkräftet war , zog sich die Pressphase auch hin . Um 8:08 war dann unsere Tochter Deborah da !! Etwas blau und winzig klein ( für uns :-) ) , aber sie "fiepste" etwas ( zum schreien war sie noch zu schwach :-) ) und war laut Kinderarzt gesund .Sie wog 1`840 g und war 44 cm gross .  Leider durfte ich sie nur ganz kurz sehen und dann musste sie in den Brutkasten und auf die Neonatologie . Leider machte die Plazenta noch Schwierigkeiten und löste sich nicht und musste dânn operativ geholt werden ! Da stellte sich dann heraus , dass unsere Tochter einen riesigen Schutzengel hatte , denn die Nabelschnur war irgendwie noch mit der Eihaut verwachsen und hätte bei jedem Purzelbaum reissen können !! Zum Glück wusste ich das vorher nicht , ich hätte keine ruhige Minute mehr gehabt . Deborah war eine Kämpferin und atmete von anfang an selber und konnte somit nach 24 ^Std. bereits ins Wärmebettchen verlegt werden . Zwischenzeitlich begann ich mit abpumpen und schon am Sonntagabend fuhr Stephan mich mit dem Rollstuhl ins Kinderspital ! Endlich konnte ich unser Baby auch sehen , nicht nur auf dem Foto . Bereits am 3.Tag lief ich selber 2 bis 3 x am Tag zur Neonatologie rüber auch wenn es für mich ein Marathon war ! Deborah bakam 8x Milch , pro 24 Std. , 4 "Schoppen" und 4 x bekam sie die Milch über die Nasensonde . Die Temperatuir konnte sie mit ca. 10 Tagen halten , trinken klappte von Anfang an gut . Einzig mit ca. 5 Tagen war die "Gelbsucht" so arg , dass sie unter die "Lampe" musste , aber sonst war alles prima . 1 Tag nach unserem 1. Hochzeitstag durften wir Deborah nach Hause nehmen . Das war am 7.Mai 1996 ! Deborah wog bereits 2`100 g und war 45 cm gross . Mit stillen klappte es leider nicht , also pumpte ich fleissig ab und sie bekam es mit der Flasche . Das war für mich kein Problem .

Zuerst , nach Deborahs Geburt , nahm ich die Pille wieder , aber nur kurz . Deborah war so ein ruhiges , plegeleichtes Baby , dass wir es wieder "draufankommen" liessen . Und siehe da , bereits im Januar 1997 hielt ich den 2. positiven Test in der Hand . Da ich nicht mehr zu meinem alten Frauenarzt wollte drückte ich mich vor einem Untersuch und da ich bis zur 11. SSW weder Blut noch sonstwas verdächtiges hatte , war ich ganz zuversichtlich ! Anhand meiner SS-Scheibe wäre der Entbindungstermin der 13.Oktober1997 gewesen .Dann , in der 11.SSW , ohne Vorwarnung , hatte ich plötzlich Blut auf der Einlage , schönes hellrotes Blut ! Ich meldete mich also direkt im Spital Aarau und  musste gleich hinfahren . Wie immer war auch Stephan mit dabei . Es wurde ein US gemacht , aber es war weder ein Embryo noch eine Herztätigkeit zu finden . Und als sie den US-Stab herauszog kam alles "herausgeschossen" . Es war aber nur eine leere Fruchtblase zu finden ,kein Embryo . Das war einerseits tröstlich , aber andrerseits fragte ich mich : Warum war ich dann 11 Wochen schwanger ? Merkte das mein Körper nicht ?! Also , ernete Ausschabung ! Zudem wurde noch eine Chlamydien-Infektion gefunden und Stephan und ich mussten uns einer Antibiotika - Kur unterziehen . Danach durften wir , laut Ärzte es wieder versuchen ! Das sagt sich so einfach ?! Aber wie sah es in unseren Herzen aus ? Wer nahm uns die Angst , dass es wieder schief gehen könnte ?! Trotz den unterschiedlichen Gedanken liessen wir es weiter "draufankommen" . Und siehe da , im September hielten wir schon den nächsten positiven SS-Test in der Hand . Ich wagte mich aber schon längst nicht mehr , mich darüber zu freuen !! Es hiess bei mir ja noch lange nicht : postiv = Baby !! Oh , wie ich die Frauen beneidete , die so ganz arglos jubeln konnten , wenn der Test positiv war und nicht bei jeden kribbeln im Unterleib zum Klo rennen mussten , nur um zu schauen , ob es nicht schon wieder blutete ! Es war der reinste Spiessrutenlauf ! Bei jedem Klogang gehörte der obligatorische Blick aufs Papier und die Binde dazu ! Aber dann , etwa in der 6.SSW hatte ich plötzlich dieses komische ziehen auf der rechten Seite , welches sich bis ins Bein runter bemerkbar machte und zunehmend stärker wurde . Also , wieder mal zur Kontrolle nach Aarau ! Erst machte eine Assistenzärztin einen US , die mich noch von der letzten Fehlgeburt her kannte und sehr mitfühlend ragierte . Dann kam der Oberarzt , aber auch er kam auf dasselbe Ergebnis . Die Diagnose war niederschmetternd : Eileiter-SS ! Sofort wurde eine Not-Operation gemacht , wobei der rechte Eileiter entfernt werden musste. Der Hohn an der Geschichte war , dass es genau der 13.Oktober 1997 , der ET vom letzten verlorenen Baby ! Nach dieser OP ging es mir schrecklich ! Ich hatte arge Schmerzen und ich musste mich dauernd übergeben ! Erst nach etwa 4, 5 Stunden schlugen die Medikamente an und die Übelkeit liess etwas nach . Dazu kam die Sehnsucht nach unserer Deborah ! Nach 4 Tagen ging ich nach Hause , als der Schlauch aus der Wunde entfernt wurde . Es heilte alles gut ab . Die Chancen auf eine weitere SS sanken nun auf 50% , aber zum Glück war der linke Eileiter in Ordnung . Also begannen wir das "Spiel" von vorne und liessen es wieder "draufankommen" . Zur Unterstützung kaufte ich mir ein kleines Gerät , einen Speicheltester , mit dem man die fruchtbaren Tage ermitteln konnte . Ich wollte doch schnell wieder ein Baby ! Na ja , im Mai 1998 war dann ein weiterer Test positiv ! I)ch muss wohl niemandem mehr sagen , was für Qualen ich die ersten Wochen durchlitt ?! Ich sprang oft aufs Klo und zum Glück jedesmal vergeblich , kein Blut = Entwarnung ! Aber die Angst , die sass mir immer im Nacken ! In der 8.SSW hatte ich einen Termin beim Frauenarzt . Alles verlief nach "Norm" und ich wurde wie eine normale Schwangere alle 5 Wochen untersucht . Die Zeit bis zum nächsten Untersuch erschien mir immer elend lang ! Am liebsten hätte ich mir ein Gerät angeschafft , mit dem ich die Herztöne ständg überwachen konnte ! Ich begann wieder zu beten und bat Gott innbrünstig , er möge mir doch bitte wenigstens dieses Baby lassen ! Es war ein sehr lebhaftes Baby , dass sich schon ab der 16.SSW zuverlässig "meldete" . Ab da wurde ich etwas ruhiger . Bis zur 30.SSW lief alles normal und ich begann die SS zu geniessen . Dann , bei einer normalen Kontrolle , sah der Frauenarzt ( ich hatte nun einen in AArau tgefunden , der Verständnis für mich hatte ) , dass der Muttermund bereits fingerdurchgängig offen war ! Es war der 2. Dezember 1998 . Ich wurde sofort ins Spital eingewiesen und dort wurden sämtliche Abstriche und andere Untersüche gemacht ! Ergebnis : Infektion mit Kolibakterien in der Scheide ! Das kann zum Blasensprung führen und dafür war es nun wirklich noch zu früh ! Also wiederum : Bettruhe ! Deborah fehlte mir in der Zeit , aber sie war ein sehr vernünftiges Kind , welches keine Probleme machte , beim täglichen Spitalbesuch und brav wieder mit nach Hause ging . Nur 1 x wollte sie nicht gehen , aber wir schafften es dann sie zu überreden . So konnte ich in Ruhe liegen . Nach 2 Wochen durfte ich wieder ein wenig mehr aufstehen und auf Weihnachten dann nach Hause , da ich , zum Glück , nie Wehen hatte ! Ich musste aber versprechen , dass ich bis zur 36.SSW nur liege und nichts mache . Stephan hatte Weihnachtsferienferien , also ging es gut . Meine Eltern wohnen auch gleich nebenan und ich möchte an dieser Stelle meiner Mutter ein grosses DANKE aussprechen , denn wäre sie nicht immer notfallmässig eingesprungen , hätten wir niemals so "weiterüben" können , wie wir es getan haben ! Sie ist zwar selber noch berufstätig , aber sie hat einen Chef der ihr erlaubt hat , im Notfall jederzeit fern zu bleiben ! Ich bin ihm heute noch dankbar dafür , zumal es jetzt auch mein Chef ist . Ich gehe nun dort putzen , 2x die Woche , ca. 2 Stunden . Der "Zustupf" tut uns gut , denn wir sind finanziell absolut nicht "auf Rosen gebettet" . Jedenfalls konnte ich dieses Baby dann auch wirklich austragen ( das war mein grösster Wunsch ! ) . 5 Tage vor dem Termin , am 31.1.1999 , hatte ich wiederum um 1:15 den Blasensprung und wieder ohne Wehen . Fand ich noch amüsant ! Dieses mal sprudelte das Fruchtwasser aber gar nicht , es tröpfelte nur ein wenig . Ich telefonierte , dass wir nun kämen und um ca. 2:00 waren wir dann im Spital . Dort wurde ich ans CTG angeschlossen , aber die Wehen , die mittlerweile alle 2 bis 3 min. kamen , zeichnete es nicht auf und auch die Herztöne fielen immer wieder weg . Zum Glück versetzte mir das Baby immer wieder Tritte ! Da es eine Vollmondnacht war , mit Schneefall , war alles ausgebucht und die Hebamme , die wir hatten , iemlich übel gelaunt ! Sie glaubte mir nicht , dass ich kurz vor der Geburt stehe und liess uns einfach warten . Um 2:30 kam sie dann und meinte es sei jetzt ein Gebärzimmer frei , ich soll Wasser lösen und dann ins 3 gehen . Stephan war immer bei mir . Die Wehen waren absolut hartmlos , im Gegensatz zu Deborah`s Geburt . Aber auf dem Klo , oh weh , Presswehen ! Ich stand aber sofort auf und sagte Stephan , er soll der Hebamme klingeln . Die schaute mich noch blöder an als vorher , weil sie es mir nicht glaubte und schickte uns ins Zimmer 3 . Also gingen wie eben den Gang nach hinten ,. ins 3 ! Unterwegs die nächste Presswehe . Mit Stephans Hilfe schaffte ich es gerade noch die Hosen auszuziehen und schonwar das Köpfchen zu sehen ! Die Hebamme entschuldigte sich zig mal , weil sie mir nicht geglaubt hatte und war plötzlich ganz freundlich . War mir eh egal , ich hatte andere Probleme :-) . Das Baby war sehr kräftig und war um 2:47 bereits da ! Es war ein Junge , unser David . er wog 3`200g und war 48 cm gross . Ein Normbaby und es lag auf meiner Brust und wir durften uns ausgiebig kennenlernen . Keine Hektik , wie bei Deborah , sondern Ruhe pur ! Für mich war es die Traumgeburt ! David war ein zufriedenes Baby und laut Kinderarzt kerngesund ! Endlich durften auch wir jubeln : JUHUII ! Einzig mit dem Zuckerhaushalt und mit der Temperatur hatte David in den ersten Stunden etwas Mühe und aufgrund seiner Gelbsucht , mit dem trinken . Nach 4 Tagen ging ich aber nach Hause mit ihm und zu Hause nahm er dann sehr schnell zu und gedeihte prächtig . Wie schon bei Deborah hatte ich aber immer Angst es könnte doch noch was passieren und immer wenn er länger schlief , ging ich zur Wiege , um zu schauen ob er noch atmete ! David war ein "nahrhaftes", dass 9 Monate lang , alle 2 Std. gestillt werden wollte , Tag und Nacht :-) ! Aber das war mir alles egal ! Ich hatte das 2. gesunde Baby und stand nachts mit Freuden auf ! Ich kann auch heute noch nicht verstehen , wenn Mütter "jammern" , weil sie aufstehen müssen ( das weiss man doch zum voraus ?!) oder in der SS , weil sie sooo "dick" sind ! Ich wünschte , ich hätte mal eine SS , in der ich bloss "dick" werde !!! Ich trug meinen Babybauch immer voller Stolz ! Trotzdem liess ich mir 3 Monate nach David`s Geburt erst einmal die "Mirena"-Spirale einlegen , denn ich hatte wirklich Angst vor einer weiteren SS . Zudem verstarb mein damaliger Frauenarzt ganz plötzlich an Herzversagen , kurz nachdem ich zur Nachkontrolle bei ihm war !

Als Deborah dann etwa 5 Jahre alt war und David  gut 2  , kam der Wunsch nach einem weiteren Baby doch wieder hoch . Inzwischen hatte ein junger Frauenarzt diese Praxis übernommen , der selber gerade Vater vom 3. Kind geworden war . Er verstand unseren Wunsch und sagte , dass eigentlich nichts dagegen spreche . Die Gestose sei bei David ja nicht mehr gekommen und eine Fehlgeburt sei nie voraussehbar und eine Infektion könne jede Schwangere erwischen . Also : "Mirena" ade :-) ! Trotz Speicheltester dauerte es aber Monate , bis es wieder klappte , 8 oder 9 Monate , ich bin mir nicht mehr sicher . Als ich den SS-Test , mit den 2 blauen "Strichli" in der Hand hielt , rief ich sofort an und ich bekam gleich einen Termin . Das Baby war für die 6.SSW aber zu klein und der Arzt vermutete einen Rechnungsfehler . Was ich aber da schon nicht glaubte , da ich sogar das Datum der Zeugung wuuste ! Jedenfalls meinte er , ich soll in 2 Wochen wieder kommen , wenn sich nichts ändere . In der 8.SSW sah es dannh schon besser aus , das Herzchen pochte und das Baby war gewachsen . Es war zwar immer noch zu klein , aber es war gewachsen und das Herzchen schlug ! So langsam begann ich mich zu freuen . Der Arzt meinte , ich soll in 5 Wochen wiederkommen , es sehe ja jetzt gut aus und wenn etwas nicht o.k. sei , dann dürfe ich mich jederzeit melden . Bis zur 12.SSW lief dann alles nach "Norm" und wir freuten uns und auch die Kinder freuten sich ! Dann , in der 12.SSW : oh Schreck : Blut !!! Also wieder mal ab ins Spital ! Dort wurde ein US gemacht und zum 1.mal musste ich mein totes Baby auch noch sehen ! Es war nicht mehr viel gewachsen , aber es lag friedlich da und das Herzchen war einfach still ! Es muss irgendwann , kurz nach dem letzten Untersuch , gestorben sein , ganz still und ganz alleine ! Dieses Bild verfolgte mich noch länger ! Da es nicht gross blutete und es Abend war , wurde die Ausschaung auf den nächsten Morgen festegelegt . Ich muss wohl niemandem sagen , was für eine Nacht ich verbracht habe ?! Aber etwa um 2:00 begannen dann heftige Blutungen , so stark wie ich sie noch bei keiner Fehlgeburt hatte . Es kam alles "schwallweise" heraus . Ich schaute aber jedesmal ins Klo , weil ich mein Baby sehen wollte , aber es musste wohl nicht so sein ! Ich hätte es so gerne zu Hause beerdigt , denn dieses mal war es nicht eine leere Fruchtblase , wie bei den ersten 2 x , nein , es war ein Baby , dessen Herzchen geschlagen hatte !!! Unser Baby !! Das Blut sprudelte und sprudelte und der Blutdruck fiel und fiel ! Um ca. 3:00 wurde dann eine Not-Op angesagt , mit PDA , weil ich ja noch gegessen hatte , am Abend . Die PDA empfand ich als sehr schmerzhaft und zudem musste ich so alles hören und sehen . Aber das Baby war weg , irgendwo , das Klo runter !! Das hat mich noch lange beschäftigt ! Als ich wieder zu Hause war , habe ich mit den Kindern symbolisch ein Grab gemacht , für "Bebe Müller" . Wir wussten ja nicht einmal ob es ein mädchen oder ein Junge gewesen wäre . Den Kindern half das viel und auch mir , trotz der komischen Blicke einiger Leute ! Über die schaute ich schon lange hinweg ! Da ich nicht schlank bin , hiess es eh dauernd im Dorf, dass "Müllers" wieder ein Baby bekämen . Nach dem sie das Gräbli gesehen haben , schwiegen sie aber längere Zeit und das war mir nur recht ! Wenn mich jemand direkt anspricht , dann habe ich keine Probleme darüber zu sprechen , aber das " Hintendurch-Geschwätz" , das kann ich nicht leiden !!! Jedenfalls meinte mein Frauenarzt bei der Nachkontrolle wir sollen etwa 2 Monate verhüten und dann könnten wir es wieder probieren , wenn ich den Mut noch hätte . Ich sagte ihm dann , dass ich so schnell nicht aufgebe und dass ich auch nicht damit rechne , dass ich so schnell wiederkomme , da wir vorher etwa 9 Monate geübt hätten . Er grinste und sagte nur : wer weiss ?! Und prompt wurde ich im 2.Zyklus wieder schwanger und es war mir fast peinlich , ihm gegenüberzutreten , da wir ja 3 Monate hätten warten sollen . Er grinste aber wiederum nur machte einen US . Dieses mal war alles nach "Norm" und das Herzchen schlug auch schon . Das beruhigte mich etwas , aber ich getraute mich kaum , jemanden zu sagen , dass ich schon wieder schwanger war :-) . Mein Frauenarzt hatte grosses Verständnis für meine Angst und ich durffte alle 2 Wochen zur Kontrolle , bis zur 14.SSW , dann meinte er , wie schieben es jetzt auf 4 Wochen , da es sehr gut aussehe . Dann , in der 16.SSW : Schock ! BLUT !! Dunkles , fast schwarzes Blut ! Da dachte ich sofort : Das ist das Ende : BABY ADE !! Das Baby spürte ich schon fast 1 Woche regelmässig und auch jetzt spürte ich es , so als wollte es sagen : was hâst Du auch , ich bin ja da ! Zudem waren noch meine Eltern in den Ferien und wir mussten die Kinder zu den S-Eltern bringen . David war sich das nicht gewohnt und weinte ! Das tat mir sehr weh , aber ich musste ins Spital . Da sassen wir dann und warteten und warteten ! Es war so viel los , an dem Tag , lauter Notfälle ! Dann , endlich , kam, eine Ärztin und führte uns ins Untersuchungszimmer . Der US zeigte ein putzmunteres Baby, aber die Blutungen hielten an und die Angst auch . Der Blutungsherd war direkt beim Muttermund und somit bestand fürs Baby zum Glück keine Gefahr ! Schlimmer sind Blutungen an der Plazenta . Gegen Abend hörten dann die Blutungen auf , zum Glück und nach etwa 2 Wochen durfte ich wieder nach Hause . Wehen hatte ich keine . Dann folgten für mich richtige Horrorwochen ! Ich schwankte hin und her zwischen Freude und Panik ! Bei jeder kleinsten Anstrengung ( ich konnte keine 500 m laufen ! ) wurde der Bauch hart und es ziepte und zwickte überall . Ich hatte immer Angst , das Baby würde kommen ! So ab der 27.SSW hörte es dann wieder auf . Dafür kam der nächste Rückschlag : meine Zuckerwerte ! Sie waren sehr schlecht und ich musste Diät halten . Der Vorteil war , dass ich nun nicht mehr zunahm :-) ! Wiederum in der magischen 30.SSW musste ich ins Spital , da ich beginnen musste mit Insulin spritzen . Nach gut 1 Woche war ich "eingestellt" und durfte mit Diabetikerausweis und Spritzen wieder nach Hause . Fürs Baby schaffte ich aber auch das , obwohl ich nur schwer auf Süsses verzichten konnte :-) . Und dann erst das spritzen , 4 x am Tag , bäh ! Aber eben , dem Baby ging es gut und das war das einzige was zählte . Ich musste aber alle 2 Wochen zur Kontrolle ins Spital und ab der 36.SSW jede Woche . Entgegen der Philosophie das Diabetikerbabys Riesenbabys seien , blieb unseres ein "Finöggeli" :-) . 1 Woche vor dem Termin musste ich zur Kontrolle und da ich immer mal wieder Vorwehen hatte bekam ich homöopathische Kügelchen und ein Bad , welche die Geburt auslösen sollten , andrerseits würde in ca. 1 Woche dann eingeleitet . Der Muttermund war etwa 2 cm offen , zu der Zeit . Dann , 2 Tage später , der Blasensprung ! Dieses mal nicht um 1:15 , sondern um 21:45 ! :-) ! Ich war total müde und wollte gerade ins Bett , aber unser Baby hatte andere Pläne . Nach David`s Turbogeburt fuhren wir gleich los , aber ich ahnte da schon , dass es länger dauern würde , da das Fruchtwasser sprudelte , wie bei Deborah . Wehen hatte ich nur schwache , so alle 5 min. und so ab 23:30 härten sie dann ganz auf . Wir mussten im Gang herumspazieren , was aber auch nichts half. Um ca. 1.00 entschied sich die dienshabende Ärztin für Wehenmittel und ab da litt ich Qualen , aber meine Sorge galt dem Baby , dessen Herztöne immer wieder zusammenfielen ! Die Dosis wurde nochmals erhöht und ich kam kaum noch zum atmen , zwischen den Wehen ! Als das CTG die Herztöne nicht mhr erfassen konnte , holte die Hebamme die Ärztin , für die Kopfsonde . Unterdessen redete ich unserem Baby zu , es soll doch nun bitte kommen , da ich Angst hatte vor der Kopfsonde und siehe da , es gab einen Ruck und die erste Presswehe kam ! Da war ich erleichtert und preste heftig mit und um 3:55 war unser Kleinster dann da !Es war der 13.4.2003 .  Er bekam den Namen Josua , war 2`990 g schwer und 50 cm gross und hatte vorbildliche Zuickerwerte !Leider streikte auch dieses mal die Plazenta und musste operativ geholt werden . Ich verlor etwa 1,5 Liter Blut , in ca. einer Viertelstunde ! Die Nabelschnur war wieder so halbwegs mit der Eihaut verwachsen . Mit dem stillen klappte es auch auf Anhieb , nur leicht erhöhte "Bili-Werte" ( Gelbsucht ) hatte auch er . Nach 4 Tagen gingen wir nach Hause und Josua war ein genauso friedliches Baby wie Deborah , aber aktiver , wenn er wach war . Und er hatte immer auf den Abend Kolliken und eine Allergie , am Anfang , aber das sind alles Sachen , die wir gelassen hinnahmen . Wir waren soooo dankbar , dass doch noch alles gut ausging ! Nun bin ich bald 35 und mein Mann 38 und wir sind schwer am überlegen , ob wir es nochmals probieren sollen oder nicht , aber ich denke , schweren Herzens , dass wir den Verstand siegen lassen müssen , denn die Diabetes kommt wieder und die Angst wird uns ab den 2 "Strichli" auf dem Test eh wieder im Nacken sitzen und ich habe 3 Kinder , die ihre Mami brauchen ! Bei der letzten Fehlgeburt wäre ich ja beinahe verblutet und bei Josuas Geburt auch ! Ich habe einfach Angst , dass es mal noch ganz schief gehen könnte und ich ein grösseres Baby hergeben muss ! Bis jetzt hatte ich ja "nur" Fehlgeburten in den ersten 12 SSW . Eine Totgeburt finde ich das Grausamste überhaupt , neben dem Kindstod und neben dem , ein Kind durch einen Unfall oder durch eine Krankheit zu verlieren ! Lauern nicht überall im Alltag Gefahren ? Können wir unsere Kinder überrhaupt genügend beschützen und das ohne sie zu überbehüten ? Wo liegt der goldene Mittelweg ? Ich glaube , das weiss niemand so genau ?! Und wie oft habe ich mich schon gefragt , warum die Babys so ungerecht "verteilt" werden ?! Warum bekommen Frauen Babys , wenn sie sie ausetzen , mishandeln oder sogar töten ?! Und warum bekommen immer die allerliebsten Menschen keine Babys oder müssen sie wieder hergeben ?! Ich glaube das alles sind Fragen , auf die wir unser Leben lang nie eine Antwort finden werden und unsere Naxchkommen auch nicht , denn unsere Mütter , Grossmütter , Urgrossmütter , etc. haben sich diese Frage wohl schon gestellt ?! Ich hoffe , ich kann jem,anden mit meinerm Bericht Mut machen ! Wer noch Fragen hat der kann gerne mit mir Kontakt aufnehmen oder wer sonst einfach nur reden will . Meine E-Mail-Adresse lautet : est.mueller.haefeli@bluewin.ch . Also , hört auf eure Herzen , nicht auf eure Mitmenschen ! Liebe Grüsse Eure Familie Müller ( Esther , Stephan , Deborah , David , Josua und die Ängeli )