Eveline

 

Es ist der 10 Juni 2003, nach  38 Wochen und 2 Tagen sollte morgen das lange Warten ein Ende haben. Ich hatte eine wunderschöne SS, fühlte mich nach drei Monaten Übelkeit, sehr wohl in meiner Haut. Hatte zwar mit Krampfadern zu kämpfen aber was war das schon, schließlich bekommt man ja nach neun Monaten etwas geschenkt dafür. Nun war es also soweit unser drittes Wunschkind sollte morgen, wie auch schon seine zwei Schwestern vorher mit Kaiserschnitt zur Welt kommen. So ging ich nun mit Sack und Pack am Dienstag 10 Juni zur Narkosebesprechung ins Krankenhaus. Nachdem ich unser Zimmer bezogen hatte, ging ich zum CTG, dann untersuchte mich meine Hebamme und zuletzt sprach noch der Narkosearzt mit mir. Alles war in Ordnung und ich sollte am Mittwochmorgen um 07.00h wieder im Spital sein.

Ich widmete den Dienstagnachmittag meinen zwei großen Mädchen 4J+21/2J und  genoss es sehr. Ich verbrachte noch eine ruhige Nacht zu Hause und wurde am nächsten Morgen, dem 11 Juni 2003 von meinem Mann ins Spital gefahren. Nun war mir schon etwas mulmig zu Mute, aber ich war guter Hoffnung, in ein paar Stunden würde ich unser drittes Kind im Arm halten können, würde endlich wissen ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.

7.30h wir fahren in den OPS alles i.O., der Papi ist ja dabei, uns kann nichts passieren. So um 8.00h geht’s dann los, was für eine Freude wir haben noch eine Tochter, Melina 3210gr, 50cm, Apgar 9/10/10 kerngesund.

Melina und Papi gehen mit der Hebamme nach oben, „bädele“ etc. Ich werde noch genäht und entkabelt

Ca. 9.30h ich bin in meinem Zimmer, der stolze Papi kommt und erzählt Melina komme auch bald, die Hebamme mache noch die Fussabdrücke.

Endlich kommt Melina, sie habe Mühe mit dem atmen und müsse in den Brutkasten sagt die Hebamme. Schnell darf ich meine Tochter halten, dann bringt man sie weg. Etwa eine halbe Stunde später darf sie im Brutkasten zu mir, ich sehe es geht ihr nicht gut, sie hat furchtbare Mühe mit atmen, doch sie ist stabil.

Dann geht alles schnell, am Mittag verschlechtert sich Melinas Zustand, sie muss nach Bern. Die Equipe aus Bern holt sie mit der Ambulanz ab.  Ich möchte verdrängen wie oft man mein Kind gestochen hat, schlussendlich wurde sie ohne Infusion „nur“ intubiert nach Bern gebracht. Nach drei unendlichen Stunden des Wartens durften wir in Bern anrufen: „Es gehe Melina gar nicht gut“!

Der Papi fährt sofort nach Bern ich bleibe hier mit meinen frisch operierten Bauch. Stunden die wie Tage und Wochen sind vergehen, ich bete und hoffe.

Papi ruft aus Bern an, Melina hat keine Chance, sie muss sich nur noch quälen und leiden. Man bringt mich mit der Ambulanz nach Bern, dort kann ich meine Tochter in den Arm nehmen, zum ersten mal !

Melina schläft am 12 Juni 2003 um 01.00 in unseren Armen ein !

Es tut so weh !

Eveline