Gisela

 

Mein Erlebnis mit Michael fing in der 12.Ssw. an.

Ich erfuhr, dass ich in der 12.Ssw. bin und freute mich natürlich sehr darüber, es ist unser zweites Kind.

Patrick der damals zwei Jahre alt war bekommt ein Geschwisterchen.

Als ich den nächsten Termin bei meinem Frauenarzt hatte freute ich mich auf das Ultraschalbild,

doch leider war die Nachricht nicht so gut wie wir uns freuten.

Der Frauenarzt meinte, dass mit unserem Kind etwas nicht stimmt, doch Er wusste nicht was.

Ich bekam einen Termin bei einem Spezialisten in Chur.

Als ich dann auch in Chur war bekam ich bescheid was mit unserem Kind los ist.

Bei Michael sei die Harnröhre geschlossen und deshalb könne das Wasser nicht fort.

Er sprach dann auch gleich nicht um den Heisen Brei rum und Erklärte mir, dass  zu 20% Michael es nicht schaffen würde.

In mir brach eine Welt zusammen.

Auf dem Nachhauseweg wusste ich nicht mehr wohin ich schauen soll, ich wollte nicht,

dass man mich so sieht.

Diese schmerzhafte Nachricht musste ich nun noch meinem Mann sagen, so still war es bei uns noch nie.

Patrick war für uns damals der Aufsteller, wir hätten nicht gewusst was wir machen sollen zu dieser schweren Zeit.

Als ich meinen nächsten Termin bei meinem Frauenarzt hatte, sah man deutlich, dass der Bauch den doppelte umfang hat als sein Kopf hat.

Es tat mir sehr weh Ihn so zu sehen doch es kam noch schlimmer.

Der Arzt stellte uns vor einer Entscheidung. Die Schwangerschaft abbrechen oder nicht.

Dies war für uns das schwerste doch nach unseren Gefühlen und nach dem Gespräch mit dem Frauenarzt war uns klar,

dass wir einen Abbruch machen wollen.

Es war eine schwere Entscheidung für uns doch das es Michael schaffen könnte war die Chance sehr klein.

Bevor es weiter gehen konnte musste ich zu einem Psychiater nach Sargans um zusehen ob ich es Geistlich verkraften würde und weil bei Michael das Herzchen noch schlägt.

Diesen besuch beim Psychiater war für mich sinnlos nur eine Geld abzockerei. Das beste war noch, dass dies uns 300.- kostete.

Man sollte meinen, dass man da noch nicht genug mitmachen muss.

Nun mussten wir nur noch auf einen Anruf vom Spital warten um nun Michael zu holen.

Am 4.09.03 war es so weit ich konnte ins Spital.

Sie zeigten mir das Zimmer und machten nochmals ein Ultraschal, dass ich nochmals sehen konnte, dass es wirklich besser ist den Abbruch durch zu führen.

Ich bekam Medikamenten um es so schnell wie möglich durch zu führen.

Am 5.09.03 ging es los. Ich spürte wie das Fruchtwasser ging und kurz darauf nochmals eine Flüssigkeit raus kam.

Sie holten mich und fuhren mich so schnell wie möglich in den Gebärsaal. Um 8:37 Uhr war Michael Tod geboren.

Die zweite Flüssigkeit die ich erwähnte war von Michaels Bauch den es während der Geburt zerriss.

Ich durfte Michael noch in die Armen nehmen und mich von Ihm verabschieden.

Leider konnte mein Mann nicht dabei sei, da es so schnell ging. Wir machen uns immer wieder die Frage ob dies eine richtige Entscheidung war oder nicht.

Diese Frage wird wohl für immer bei uns sein obwohl der Arzt meinte dies sei eine richtige Entscheidung.

Doch wir durften nochmals dieses schöne Gefühl haben ein Kind zu kriegen. Sascha kam am 15.08.04 auf die Welt.

Es war für uns eine riesige Freude Sascha zu bekommen. Doch da lief leider auch nicht alles so gut.

Ich war im 8.Monat als ich mit Fieber und starken Schmerzen ins Spital musste. Mir war bewusst, dass da etwas nicht stimmt.

Es wurden Tests durchgeführt und da kam raus, dass ich eine Infektion in mir hab.

Nun war schon wieder die Grosse Frage da (was machen?).

Ich dachte nur noch „Nicht schon wieder!“

Das erste was sie wollten mein hohes Fieber zu sinken und dies dauerte zwei Tage ich musste immer wieder Untersuchungen machen

Ob mit Sascha alles noch gut ist. Es ging auf und ab mit Sascha und mir. Als dann das Fieber etwas gesunken war wollte ich

Einen Kaiserschnitt um Sascha zu hohlen. Ich wollte nicht noch einmal ein Kind verlieren aber die Hebamme war da nicht so überzeugt.

Es gab ein Gespräch mit dem Frauenarzt als dies nun schon drei Tage andauerte.

Nun war die Entscheidung da. Sie würden einen Kaiserschnitt machen aber es kann Komplikationen geben.

Es war wieder so eine frage holen oder nicht holen, was passiert wen es nicht geholt wird aber es ist ja jetzt klar Sie holen es und ich hatte auch keine kraft Mehr.

Am 15.08.04 um 12:15 Uhr war Sascha da. Doch ich kämpfte immer noch gegen das Fieber.

Wir waren sehr froh, dass es Sascha gut geht, doch einen Tag später ging es Sascha nicht mehr so gut Er musste nach Chur weil sie da besser um Ihn sorgen können.

Jeden Tag gingen wir nach Chur auch der Götti und das Gotti von Sascha konnten Ihn besuchen, ich glaube dies war auch eine Grosse Hilfe für Sascha, dass er stark bleiben soll und kämpfen muss.

Wenige Tagen später kam der Arzt auf das Ergebnis Gehirnhautentzündung. Doch Sascha blieb stark und geniest nun das leben mit seinem Bruder Patrick und mit uns.

Heute ist von diesem Vorfall nichts mehr anzumerken.

Was wir nun von diesen Vorfällen gelernt haben ist, dass es nicht selbst Verständlich ist ein gesundes Kind zu bekommen.

Es ist noch nicht so lange hehr als ich dachte ein fremder Junge in unserem Gang zusehen der ca. zwei Jahre alt war.

Er lief in die Richtung wo unsere Jungs das Zimmer haben. Ich ging nachschauen, doch unsere Jungs schliefen.

Da kam mir gleich Michael in den Sinn, der wäre jetzt ca. in diesem Alter.

Lieber Gott wenn es Michael war möchte ich mich bei dir für diesen kurzen Kontakt bedanken.

Wir sehen nun Michael als unser Schutzengel und Michael half uns bestimmt in der schweren Zeiten wo wir mit Sascha hatten.

Michael wir lieben dich und vermissen dich !!!

    

 

Dein Papi, Mami und deine Brüder Patrick und Sascha

 

Wir werden dich stets in Erinnerung behalten !!!