Karin


 

Mein Kleiner Engel,
Ich war happy als ich sehr schnell schwanger wurde, da wir bei unserem ersten Sohn ziemlich lange geübt haben und es eigentlich nach Bericht nicht klappen sollte.
23. Juli 2003, mein erster Arztbesuch steht bevor und ich bin etwas aufgeregt, ob wohl alles in Ordnung ist.
Der Arzt sagte mir nach dem Ultraschall, dass alles in bester Ordnung wäre, wie gewünscht. Jedoch machte er mich auch darauf aufmerksam, dass immer noch etwas passieren könnte. Das war mir auch klar, da meine Freundin ja vor ca. 1 Monat ihr ungeborenes auch in der 11 Woche verloren hatte.
Das Schlechtsein war schon vorüber und ich fühlte mich so wohl, dass ich immer wieder betonte, dass ich mich gar nicht schwanger fühlte, was ich wohl im Unterbewusstsein schon gemerkt hatte, aber im Kopf machte es nicht „klick“.
Am 20. August 2003 traten meine Mutter, mein Sohn Nico (2 ½) unsere Reise nach Zakynthos an. Wo ich bereits am 2 Tag Blutungen hatte und ich wusste, dass da etwas nicht in Ordnung ist. So begleitete meine Reiseleiterin mich zum Arzt und Spital, wo mir dann beim Ultraschall bestätigt wurde, dass das kleine Engelchen bereits seit ca. 3 Wochen Tod in meinem Bauch war, das Herzlein hörte einfach auf zu schlagen. ( 13 Woche )
Ich wurde so herzlos behandelt und man verstand auch nicht, warum ich weinte und traurig war. Der Arzt meinte, ich solle lachen, glücklich sein etc. was mir in diesem Moment unbegreiflich war, wie ein Mensch so kalt sein kann.
Auch im Spital wurde ich ziemlich kalt behandelt und fühlte mich sehr alleine, da mein Mann ja nicht mit in die Ferien kommen konnte.
Die bevorstehende Auskratzung machte mir ziemlich zu schaffen, da ich nicht wusste wie steril die Ärzte arbeiten, da ja alles ziemlich schmutzig und unfreundlich war. Ich war dann froh, als ich wieder von der Narkose erwachte und meine Mutter und den Sohn sehen konnte. Wenig später wurde ich schon aus dem Spital, sozusagen rausgeworfen, man sagte nur „ stand up and go to Hotel „ keine Schmerzmittel, kein Abschlusskontrolle weder Blutdruckkontrolle sonst noch was.
 
Das einzige an was ich mich festhalten konnte, ich hatte es geschafft jemanden zu finden der Deutsch spricht um den Chirurg zu bitten, dass ich da kleine Engelchen nachhause zur Untersuchung an einen Spezialisten mitnehmen konnte, was wenigstens klappte.
Draussen bei der grossen Hitze und der Narkose die ich hatte, bin ich dann zusammen- gebrochen, Kreislaufkolaps. Ausser meiner Mutter hat mir niemand geholfen und sie musste auch noch zu meinem kleinen Sohn aufpassen.
Wir bekamen dann einen sofortigen Rückflug in die Schweiz und ich bin jetzt froh wieder hier zu sein. Die Nachkontrolle erfolgte und mein Arzt war sehr zufrieden, wenigstens das war okay.
Nun habe ich bereits ein paar Tage hinter mir und habe das Gefühl, dass ich es schon ziemlich verdaut und akzeptiert habe.
Durch die vielen Gesprächen die ich bereits hatte und auch die Hilfsbereitschaft meiner Freunde, geht es mir nun wirklich gut. Habe manchmal ein etwas schlechtes Gewissen und denke, ist das normal. Vielleicht verdränge ich einfach das Geschehene noch etwas und es kommt dann später wieder hoch, oder ich denke einfach positiv, was ich vom Mensch her sehr bin.
Ich denke einfach, es ist gut wenn man über dieses spricht und so kann man das Geschehene besser verarbeiten oder auch anderen Menschen helfen.
 
Karin aus der Schweiz