Monika R

 

auch wenn mein erlebnis schon lange zurückliegt.......

möchte ich es doch in worte fassen...........

 
wir freuten uns auf unser zweites kind, welches im oktober 00 das licht der welt erblickt hätte! doch leider bleibt das wort hätte....
 
wir freuten uns riesig als wir im im janur  wussten, das wir im folgenden jahr unseren zweiten sonnenschein in die arme schliessen können, doch leider bleibt es beim wort können.....
 
die ersten wochen der schwangerschaft verliefen ohne grosse mühe, unwohlsein gehörte dazu, wie auch schon bei meiner ersten schwangerschaft; doch hielt es sich in grenzen.
 
am 1. märz durften wir das erste mal unser kind per ultraschall betrachten. alles war bis anhin in ordnun, man sah das kleine herz schlagen und der arzt war mit grösse, gewicht und einfach alles drumherum zurfrieden!
 
wir erzählten auch schon viel unserer erstgeborenen tochter, dass sie ein geschwisterchen bekommen werde. wir waren voll freude. ganz wenige freunde wussten von meiner schwangerschaft, also wirklich einfach wenige, könnte heute noch aufzählen, wer davon wusste. wieso wir es nicht so preisgegeben haben? ja, mann weiss ja nie was noch kommen kann, doch rechnen tut man ja nicht damit........
 
spürte mein unterbewusstsein, das es anders kommen wird?
 
wir genossen die tage und die freude, die auf und ab der schwangerschaft und die gedanken beflügelten einem zum freude haben! doch es gab ein jähes ende..........
 
ende märz 00 an einem dienstag hatte ich ganz wenig blut in der unterwäsche. also wirklich ganz wenig, so dass ich meinem mann gar nichts davon erzählt habe, er war bereits beim verlassen des hauses. ich machte mir schon gedanken und überlegte, was ich machen soll.  arzt tel? meinem mann tel? oder einfach belassen, es kanns ja mal geben? doch es liess mir einfach keine ruhe und ich telefonierte in die arztpraxis. ich bekam auf den späteren morgen gleich einen termin, meinen mann hatte ich immer noch nicht informiert. meine nachbarin hat mich dann dankbarerweise zu meinem arzt gefahren. ich hätte ihr auto nehmen können und sie hätte unserer tochter geschaut; doch sie liess mich nicht alleine gehen....... sie "besorgte" jemand für ihre kids und fuhr mit mir und meiner tochter zum arzt. im nachhinein war ich froh, nicht alleine den nachhause weg wieder in angriff zu nehmen. hätte wohl nicht mal gewusst, wie autofahren....... denn leider verging der termin nicht zu unserer freude!
 
der arzt begrüsste mich freundlich und noch aufgestellt und war positiv, dass alles i.o war! der ultraschall in der 8. woche hat ja nichts gezeigt, das einem zur unruhe hätte bringen können. und ich fühlte mich ja wohl, vögeliwohl! auch die übelkeit war seit der 9. woche von einem tag auf den anderen vergangen. das war oder hätte für mich ein zeichen sein sollen, das etwas nicht stimmte, doch auch das wäre zu spät gewesen denke ich.
 
beim ultraschall sah ich auf den ersten blick, dass unser kind sich von uns verabschiedet hat, kein herzschlag war zu sehen, kein punkt den man schlagen sah und der kleine mensch war ganz zusammengezogen an die gebärmutter gedrückt, kein leben......... ich merkte auch die nervosität vom arzt, sein suchen  nach leben. seine suche war vergebens, trostlosigkeit in mir, vernahm ich seine worte. es tut mir leid, das kind lebe nicht mehr. anhand der grösse lebe es bereits seit 3 wochen nicht mehr. den ultraschall, den ich niemandem wünsche ohne lebenszeichen des kindes war in der 12. schwangerschaftswoche! irgendetwas ist passiert ca. 1 woche nach dem ersten ultraschall!
 
die kommenden stunden habe ich im nichts aufgenommen, in mir sank eine welt zusammen. meine kollegin hat mich nach hause gebracht und ich telefonierte meinem mann unter tränen. er bekam nur die worte unser kind ist tod. er wusste nicht was ich meinte, unsere tochter, unser werdendes kind? ich vernahm einfach noch die worte ich fahre sofort nach hause in 30 min. bin ich bei dir!
 
wir sind uns in den armen gelegen und haben geweint! unsere tochter merkte das wir traurig sind und wir haben es ihr sogut wie möglich erklärt.... ob sie es verstanden hat? ich denke schon, denn sie war ruhig.
am nachmittag musste ich ins krankenhaus fahren und die narkose zu besprechen, da am folgenden tag eine auskratzung vorgenommen werden musste. mein körper konnte die fehlgeburt nicht von alleine ausstossen, sonst hätte er schon früher reagiert.
 
vom arzt bekam ich für den abend noch ein zäpfli das ich nehmen musste, damit alles etwas weicher würde für den eingriff. wiederwillen hab ich das genommen, doch das schwarze in mir, das loch war riesig und etwas nicht gewolltes ist eingetroffen.
doch es kam anders als mit dem arzt besprochen. ich konnte nicht am kommenden tag am morgen das spital betretten. in der nacht, bekam ich so starke blutungen, dass wir notfallmässig ins spital gefahren sind. mein körper reagierte, er hat es wohl akzteptiert das das leben in mir erloschen ist. mit heftigen blutungen fuhr mich mein mann ins spital und eine hebamme, obwohl sie nicht zuständig war für diese schwangerschaftsstadium, hat mich in empfang genommen. ein kleiner trost, es war jene hebamme, welche unserer ersten tochter geholfen hat, das licht der welt zu erblicken!
 
mein frauenarzt wurde bereits telefonisch informiert und nicht lange nach meinem eintreffen war er im spital und der eingriff wurde in mitten der nacht gemacht. ich hab alles gar nicht richtig wargenommen....
 
im nachhinein bin ich dankbar dafür, das ich in mitten der nacht notfallmässig ins spital musste. der gang am morgen, zu wissen man muss ins spital und ein "leben" wird genommen, hätte ich wohl noch schwerer ertragen, als die notfallsituation in der nacht.
 
nach dem eingriff habe ich noch eine nacht im spital verbracht, konnte meinen gedanken und tränen freien lauf lassen. auch die gespräche mit arzt und schwestern hat mir für den anfang geholfen.
 
das leben geht weiter, musste weitergehen. zu hause wartet meine/unsere tochter, die eine mami braucht! trauer hab ich zugelassen und ich konnte über den grossen verlust mit der zeit auch reden; was mir geholfen hat. reden, reden, reden, den es ist ein tabuthema in unserer welt die sternenkinder. und doch müssen soviele frauen es erleben...... ein einschneidendes erlebnis weiss ich..... an einem schönen sonnetag lag ich in der wiese, unsere tochter um mich turnen... hab sie zu mir genommen und gesagt. schau, da oben ist unser sternenkind es wird über uns wachen und uns behüten...... unsere tochter zeigte in den himmel und sagte da, eine feste umarmung folgte.....
 
dieses erlebnis ist eine schwarze seite in meinem lebensbuch, doch ich konnte am leben wieder freude finde.
reden hat mir geholfen, gespräche mit den wenigen freunden die davon wusste, haben mir geholfen über den verlust wegzukommen.
 
irgendwie zeigte liess eine höhere macht mich nur wenige wochen nach der fehlgeburt spüren, das mein körper wieder soweit wäre, einem kind ein leben zu schenken, zuerst im warmen bauch vom mami und dann in der grossen weiten welt.
 
nicht ganz ein jahr nach dem erlebten durften wir am 14. märz 01 unseren sohn, unser drittes kind in die arme schliessen! die dritte schwangerschaft verlief mit grosser angst und doch voller hoffnung....
 
eine freude? ein zeichen? wieder durfte dieselbe hebamme, welche mich bei der ersten schwangerschaft durch die wehen begleitet hat, mich tröstend in die arme geschlossen beim notfall eintritt ins spital der ungewollten fehlgeburt, mir beim dritten kind durch die wehen helfen!
 
ich bin dankbar zwei gesunde kinder durch die welt begleiten zu können und zu wissen ein sternenkind wacht über uns!
 
in liebe monika