Sandra Pfister

Sandra Pfister 19.4.00

Ja, ich möchte noch meine Geschichte erzählen. Ich bin bereits Mutter eines 2 jährigen Jungen und wurde im November 99 wieder schwanger. Eigentlich dachte ich nie daran, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte--bei mir doch nicht--- wieso auch--Trotzdem besprach ich m

t meinem Mann, dass wir keine Untersuchungen sprich >Fruchtwasserbestimmungen etc machen werden, wir nehmen das Kind so oder so.--- Ja und dann fuhr ich am 7.1.2000 zu meiner neuen Frauenärztin (Dies war mein erster Besuch bei Ihr). Nach den üblichen Untersuchungen kam endlich der lang ersehnte Ultraschall. Ja und da hat sie den Kopf g

eschüttelt, mich noch mal gefragt in welcher Woche ich sein sollte und gemeint, das sei nicht möglich, dass dies Ende neunte sei, frühestens 6 Woche. Puff,  das saß. Es war nur ca. 5 mm groß man konnte kein Herzli sehen. Ich musste mich beherrschen. Zuerst dachte ich, weil sie die Praxis neu seit 3.1.2000 hatte, sie käme vielleicht nicht richtig draus. Dann wurde mir aber bewusst, was das heißt. Ich war wohl schwanger, aber irgendetwas war nicht in Ordnung. Sie gab mir einen neuen Termin 2.2.2000. Ich sollte in vier Wochen wieder kommen, bis dahin müsste mein Kind dann gewachsen sein. Tränen überströmt verließ ich die Praxis.

Ich erlebte ein Horror Wochenende. Am Montag rief ich die FA wieder an und sagte ihr, dass ich es nicht vier Wochen im Ungewissen aushalte und dass ich früher zu Ihr kommen wolle. Ich erhielt den Termin am 20.1.2000. Ja und da wurde wieder Ultraschall gemacht, und es war klar, dass hier kein Leben mehr war. Mein Kind wurde einfach nicht größer. Man konnte auch so eine Art Bluterguss sehen, was ja selten etwas gutes heißt. Wir haben dann abgemacht, dass wir uns am Dienstag darauf nochmals sehen würden, denn bis dann sollte man wirklich eine deutliche Veränderung sehen. Dazu kam es aber nicht mehr, denn am 21.1.2000 abends bekam ich Blutungen. Ich war genau am ersten Tag der 12. Woche. Mein Mann fuhr mich noch in dieser Nacht ins Spital wo ich dann am 22.1.2000 um 10.00 Uhr ausgeschabt wurde, da sich das Kleine nicht von selbst gelöst hat. Um mich zu erholen von meinen schlimmsten Wochen meines Lebens blieb ich noch bis am Sonntag im Spital. Dies tat mir recht gut.........Meine FA hat sich tiptop um mich gekümmert, ich bin sehr froh darüber. Wir hatten auch sehr gute Gespräche. Ich werde auch in Zukunft bei Ihr bleiben.

Ja und da habe ich leider zuwenig gut reagiert, eigentlich hätte ich mein Kind mitnehmen sollen, nach hause, um es hier im Garten zu begraben. Aber nun liegt es irgendwo auf dem Müll. Dies stresst mich extrem.....:o((((((((

Ich habe meinem Kind einen Namen gegeben, obwohl ich nicht sicher war ob es ein Junge oder ein Mädchen war. Ich habe das Gefühl, es war ein Junge er heißt JARO. Seit ich ihn auch mit einem Namen ansprechen kann, geht es mir etwas besser.

Ja dies ist meine Geschichte, welche mich mein Leben lang begleiten wird .

Ich vermisse mein Kind sehr. Trotzdem denke ich bereits an eine neue Schwangerschaft. Nicht als Ersatz, nein auf keinen Fall. Jaro gehört zu uns und niemand kann ihn ersetzen. Ich habe sein US- Bildchen in der Wohnstube in einem Fotorahmen aufgestellt. Aber ich habe irgendwie noch so viel Platz in meinem Herzen, welche ich gerne Kindern geben möchte.

Mit vielen lieben Grüssen und allen Lesern von Herzen alles Gute.

Sandra Pfister