Stefanie

 

 

Mein Mann und ich sind   dieses Jahr  seit 13 Jahren zusammen,1995 heirateten wir ,und beschlossen eine Familie zu gründen.Als dann im Juni des folgenden Jahres meine  Mens ausblieb,freuten wir uns riesig über unser Wunschkind.Meinen ersten Ultraschall hatte ich in der 9. Woche,den zweiten bereits in der 12.Woche.Ich hatte keine Ahnung ,was zur einer  Schwangerschaftskontolle gehörte und verliess mich voll auf meine Ärztin.Bis Ende August verlief alles normal,bei den Kontrollen wurde nur noch immer die Herztöne ,den Urin und das Gewicht kontrolliert.Doch dann begann ich plötzlich auf einem Auge nur noch alles verschwommen zu sehen,und beim Notfallaugenarzt wurde festgestellt,das ich eine Augenvenenthrombose hatte,die mein Auge geschädigt hat.Das hatte für die Schwangerschaft zur Folge ,das ich jeden Monat nach Zürich in  die Uniklinik musste,um dort mein Blut zu kontrollieren damit ich nicht noch eine weitere Thrombose bekommen konnte.Somit musste ich auch Blutverdünnungsspritzen selbst  spritzen.Am 25.10.1996 war ich wieder zur Kontrolle wobei ich sehr viel Gewicht zugenommen hatte und Eiweiss im Urin festgestellt wurde,doch angeblich sei alles normal ?! Ich bekam einen neuen Termin in 5 Wochen ! Am 25.10.96 bekam ich plötzlich sehr starke Oberbauchschmerzen und mir wurde schlecht.Ich dachte zuerst an eine Magendarmgrippe,doch mit jedem Tag wurde es noch schlimmer.Zwei Tage später fuhren wir zum Abklären in die Klinik,da meine Ärztin nicht zu erreichen war.Ich war bei der Fahrt dorthin  völlig augelöst,denn mir wurde bewusst das etwas nicht stimmte.Dort stellte man mit entsetzten fest,dass unser Baby schon einige Tage tot in meinem Bauch war.Ich konnte es nicht fassen,ich erlebte alles wie in Trance.Mein kleiner Schatz,den ich 27  Wochen in meinem Bauch tragen durfte und der für uns unser grösster Wunsch war,lebte nicht mehr.Es wurde mir Wehenmittel gespritzt,doch es ging überhaupt nichts.So wurde plötzlich von einer Minute zur anderen ein Notkaiserschnitt vorbereitet,da meine Blut-und Leberwerte sich drastisch verschlechterten.als ich wieder auf meinem Zimmer war,kam die Hebamme und fragte ,ob wir unseren Sohn sehen möchten.Ich hatte grosse Angst davor,denn ich wusste ja nicht genau ,ob ich den Anblick meines toten und auch noch viel zu kleinen Babys  verkraften konnte.Doch zum Glück bestand mein Mann darauf,so dass wir  Joel doch in unseren Armen halten durften.Doch leider hatte ich nicht die Kraft ihn am folgenden Tag ,bevor sie ihn in die Pathologie  brachten,nochmals zu mir zu nehmen oder gar zu fotografieren.Was ich heute übrigens sehr bereue!! Nach einer Woche am Entlassungstag wurde mir dann auf mein Fragen hin, von einer Lernschwester ! gesagt was mit mir und Joel geschehen ist.Ich hatte ein HELLP-Syndrom,das ist einer erschwerte Form einer Schwangerschaftsvergiftung!So habe ich leider feststellen müssen ,das meine Frauen ärztin nicht richtig gehandelt hat und diese ersten  Anzeichen die in der letzten Kontrolle ja hatte ,nicht für wichtig hielt.Ebenso hat sie ja auch 15 Wochen  lang keinen Ultraschall gemacht,wo sie ja auch hätte erkennen könne,dass das Baby viel zu klein war.Das heisst,dass Joel schon längere Zeit nicht richtig durch dir Nabelschnur ernährt wurde.Ich brauchte lange bis ich nur einigermassen über das  Geschehen und den Verlust meines kleinen Schatzes hinwegkam.Ich habe natürlich daraufhin die Ärztin gewechselt und bin heute glückliche Mutter von zwei gesunden Kindern.Auch wenn das Ganze bereits fünf Jahre zurück liegt,  gehören diese Erlebnisse zu meinem jetzigen Leben dazu und Joel ist und bleibt immer ein wichtiger Teil unserer Familie.So  wird auch seinen  Geschwistern von ihrem "grossen"Bruder erzählt und oft besuchen wir gemeinsam sein Grab.Das ist unsere Geschichte und wenn jemand Lust hat,sich mit mir über seine Gedanken und Ängste auszutauschen,dann schreibt doch an famger@bluewin.ch

Liebe Grüüse, Stefanie.